Deutsche-Bank-Chefs schnallen Gürtel enger

John Cryan
Foto: AP/Steffen Schmidt Deutsche-Bank-Chef John Cryan

Boniverzicht: Vorstandschef John Cryan erhält heuer "nur" 3,4 Millionen Euro als fixe Jahresgage.

Nach heftiger Kritik an der Vorstandsvergütung bei der Deutschen Bank wird nun Verzicht geübt. Deutsche-Bank-Chef John Cryan wird wie alle anderen Vorstände heuer auf seinen Bonus verzichten und bekommt für das laufende Jahr nur noch 3,4 Millionen statt 3,8 Millionen Euro an Jahresgage.

Seine Vorgänger Anshu Jain und Josef Ackermann hatten zeitweise zweistellige Millionenbeträge erhalten. 2017 liegt die Gehaltsobergrenze für die Vorstände der Deutschen Bank bei je 9,85 Millionen Euro - auch wenn das Jahr wider Erwarten perfekt laufen sollte. Im vergangenen Jahr kostete der Vorstand Deutschlands größte Bank insgesamt 25,8 (2015: 22,7) Mio. Euro, geht aus dem aktuellen Vergütungsbericht hervor.

Mehr Geld gibt es künftig für die beiden neu ernannten Vize-Chefs der Deutschen Bank. Marcus Schenck und Christian Sewing bekommen ebenso wie der Investmentbank-Vorstand 3 Mio. Euro pro Jahr als Fixgehalt, 600.000 Euro mehr als die übrigen Vorstände.

Insgesamt wurden die Boni um 77 Prozent auf rund 500 Millionen Euro zusammengestrichen. Die gesamten Personalkosten gingen dadurch um 1,6 Milliarden auf 8,9 Milliarden Euro zurück. 316 Deutsch-Banker verdienten 2016 mindestens eine Million Euro, ein Jahr zuvor waren es noch 756 gewesen.

Neues Vergütungssystem

Das neue Vergütungssystem für die Deutsche-Bank-Manager war auf der Hauptversammlung im Mai 2016 durchgefallen, weil es den Aktionären zu komplex und undurchsichtig war. Aufsichtsratschef Paul Achleitner nimmt nun einen neuen Anlauf. "Der Aufsichtsrat hat die geäußerte Kritik zum Anlass genommen, die Strukturen der variablen Vergütung deutlich zu vereinfachen und die Vergütung mit transparenten Leistungskriterien zu verknüpfen", heißt es im Vergütungsbericht. Die Entwicklung des Aktienkurses im Vergleich zur Konkurrenz soll dabei eine deutlich geringere Rolle spielen als bisher, stattdessen werden die Vorstände am Kapitalzuwachs gemessen.

(apa, reuters) Erstellt am
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