Eigentlich wollten die Lokführer noch bis Montagfrüh streiken, entschlossen sich dann aber zum vorzeitigen Ende des Arbeitskampfes.

© APA/EPA/PETER STEFFEN

Arbeitskampf
11/08/2014

Deutsche Bahn verkehrt wieder

Auf 100 Millionen Euro schätzt die Bahn die Verluste durch den mehrtägigen Streik.

Der längste Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn (DB) ist zu Ende. Am Samstag um 18.00 Uhr nahmen die in der GDL organisierten Lokführer und Zugbegleiter ihre Arbeit wieder auf. Es wird nach Angaben der Bahn aber noch bis Montag dauern, bis die Züge wieder im Normalfahrplan verkehren.

Am Sonntag könnten Fahrgäste auf den deutschlandweiten Hauptstrecken rund 60 Prozent des regulären Angebots nützen, teilte die Deutsche Bahn mit. Der Arbeitskampf hat dem Staatskonzern nach Angaben von Bahn-Chef Rüdiger Grube über 100 Millionen Euro gekostet. Die GDL drohte mit neuen Streiks, sollte ihr die Bahn nicht entgegenkommen. Bis zum Samstagnachmittag waren nach Angaben eines Bahnsprechers noch keine neuen Gespräche vereinbart.

"Geste der Versöhnung"

Der Güterverkehr war durch den Ausstand 75 Stunden stark eingeschränkt, im Personenverkehr dauerte der Streik 64 Stunden. Ursprünglich hätte der Ausstand noch 34 Stunden länger bis Montag 04.00 Uhr dauern sollen. Die GDL hatte die Verkürzung des Streiks am Freitag als Geste der Versöhnung im Tarifkonflikt angekündigt. Zuvor war die Bahn in Frankfurt auch in zweiter Instanz mit dem Versuch gescheitert, den Streik per Gericht verbieten zu lassen.

Die Züge und das dafür benötigte Personal müssen nach dem Streikende erst wieder an ihre Einsatzorte gelangen. Die Rückkehr zum kompletten Normalfahrplan auf allen Fernverkehrsstrecken sowie die Wiederaufnahme der Verkehre auf den Nebenstrecken seien daher erst ab Montag früh mit Betriebsbeginn möglich, erklärte die Bahn. Bei der S-Bahn in Berlin sollten im Rahmen der Feiern zumMauerfall-Jubiläum schon am Samstagabend mehr als die Hälfte der Züge wieder fahren, am Sonntag dann 90 Prozent.

Bahnchef Grube sagte gegenüber der Bild am Sonntag, der Schaden in der Höhe von mehr als 100 Millionen Euro werde sich in dieser Größenordnung auch in der Jahresbilanz niederschlagen. "Vom Imageschaden und Vertrauensverlust der DB ganz zu schweigen.“ Die GDL bezifferte den Schaden ihrer Streiks für die Bahn gar auf 200 Millionen Euro.

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