Wirtschaft 18.01.2013

Deripaska stockte Strabag-Anteil auf

© Bild: KURIER/boroviczeny stephan

Der russische Oligarch holte sich 342.857 Aktien von Strabag-Chef Haselsteiner.

Der russische Oligarch Oleg Deripaska hat seinen Anteil an Österreichs größtem Baukonzern Strabag um 0,3 Prozentpunkte aufgestockt. Über seine Rasperia Trading habe er 342.857 Aktien zu je 19,25 Euro vom Großaktionär und Konzernchef Hans-Peter Haselsteiner erworben, berichtete der Börse-Express am Freitag mit Verweis auf die Finanzmarktaufsicht (FMA).

Ursprünglich hatte Deripaska 25 Prozent an der Strabag gehalten, diesen Anteil aber 2009 im Zuge der Finanzkrise an den Strabag-CEO und Raiffeisen/UNIQA abgegeben. Im November 2010 übte der Russe die Option über den Rückkauf einer 17-Prozent-Beteiligung um 19,25 Euro pro Aktie aus. Die Option auf die restlichen 8 Prozent läuft am 15. Juli 2014 aus.

Oleg Deripaska.
© Bild: APA/Hans Klaus Techt

Zu den Kernaktionären der Strabag gehören laut Firmen-Homepage Raiffeisen/UNIQA mit 29,9 Prozent, die Familie Haselsteiner mit 28,9 Prozent und die Rasperia Trading von Deripaska mit 18,2 Prozent. 14,1 Prozent der Aktien befinden sich in Streubesitz.

Offshore-Windkraft-Investments verschoben

Die Strabag hat die für die kommenden Jahre geplanten Investitionen in Höhe von mehreren Millionen Euro für Windkraftanlagen im Meer auf Eis gelegt, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Bauriese will den Angaben zufolge "bis auf weiteres" keine Gelder in die Errichtung einer Fabrik und in Spezialschiffe zum Transport der selbst entwickelten Beton-Schwerkraftfundamente für Offshore-Windkraftanlagen aufwenden. "Es sprechen derzeit noch zu viele Gründe dagegen", so die Begründung des Konzernchefs Hans Peter Haselsteiner.

"Wir haben uns trotz unserer Fortschritte bei der Schwerkraftfundament-Technologie entschieden, vorerst nicht in den Bau von Fabriken und Spezialschiffen im Bereich Offshore Wind zu investieren. Es sprechen derzeit noch zu viele Gründe dagegen.

Hans-Peter Haselsteiner.
© Bild: APA/HANS KLAUS TECHT

Der Vorstandschef verwies etwa auf die "unklare rechtlichen Situation", die "unklare Zukunft der Energiepolitik am deutschen Markt", die "fehlende Speichertechnologie für Strom aus erneuerbaren Quellen" und die "fehlende Transportmöglichkeit der Energie vom Erzeuger zum Verbraucher".

Die Strabag ist zu 51 Prozent an 15 Projektgesellschaften zur Entwicklung von Offshore-Windparks beteiligt - daran ändere sich mit der nunmehr bekanntgegebenen Entscheidung nichts. Vor fast zwei Jahren gab der Baukonzern bekannt, Windkraftanlagen entwickeln, bauen und betreiben zu wollen.

Der Baukonzern erzielte 2011 eine Bauleistung von 14,3 Mrd. Euro und beschäftigte rund 76.900 Mitarbeiter.

Erstellt am 18.01.2013