Wirtschaft 09.12.2011

Der englische Patient

In einem Europa der Eigenbrötler ist das „No“ der Briten kein Wunder.

And now for something completely different, wie es bei Monty Python’s heißt: Wie soll man sich mit den Engländern auf eine EU-Vertragsänderung einigen, wenn man sich nicht einmal darauf einigen kann, welche die richtige Seite zum Autofahren ist?

Es stimmt schon: Schwierige Zeiten wie diese (gab’s eigentlich je nicht schwierige Zeiten?) brauchen Lösungen statt Ironie. Aber gerade der britische Humor ist berühmt dafür, in seiner Bösartigkeit oft ins Schwarze zu treffen. Erinnern wir uns nur an die Szene in Monty Python’s „Das Leben des Brian“, in der die VVJ (Volksfront von Judäa) Pilatus auffordert, den römisch-imperialistischen Staatsapparat aufzulösen, und ihre Mitglieder fragt, was man denn je von Rom bekommen hätte.

Die verschiedenen Antworten – den Aquädukt, sanitäre Einrichtungen, schöne Straßen, die medizinische Versorgung, das Schulwesen, den Wein, öffentliche Bäder, allgemeine Krankenkassen – stoßen bei den Führungskräften um John Cleese auf Unverständnis. „Na gut, aber was sonst noch?“ – „Frieden!“ – „Ach, shut up!“

Wirkt doch ziemlich aktuell: Brüssel und eine gemeinsame Europapolitik sind die Feindbilder und schuld an vielen Problemen im eigenen Land. Indeed, isn’t it?

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( Kurier ) Erstellt am 09.12.2011