Den Haushalten drohen höhere Strompreise

Substation workers
Foto: Getty Images/iStockphoto/yangphoto/iStockphoto Der Ausbau von erneuerbaren Energieträgern belastet die Stromnetze

Das geplante Berechnungsmodell der E-Control für die Stromnetze bedient die Interessen der E-Wirtschaft.

Die Aufsichtsbehörde E-Control will das System der Tarife fürs Stromnetz umstellen. Sie verspricht, dass die Energiekosten für Durchschnittshaushalte dadurch nicht steigen werden. Die Arbeitekammer glaubt dagegen, dass das sehr wohl zu höheren Kosten für Haushalte führt. Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass die AK recht hat.

Stabile Netze

Da immer mehr erneuerbare Energieträger ins Stromnetz einspeisen und gleichzeitig – etwa für E-Autos – mehr Energie aus dem Netz entnommen wird, steigen die Kosten für die Stabilisierung der Netze. Diese Systemdienstleistungen werden derzeit zu 78 Prozent von der E-Wirtschaft getragen. Künftig sollen die Haushalte diese Kosten total übernehmen. AK-Experte Josef Thoman fürchtet "eine deutliche Mehrbelastung privater Haushalte und kleiner Gewerbebetriebe".

Die privaten Haushalte bezahlen derzeit bereits die Hälfte der Netzkosten in Höhe von insgesamt zwei Millionen Euro, obwohl sie nur ein Viertel des Stroms verbrauchen. Die Entlastung der Haushalte ist aber genauso wenig vorgesehen wie Tarife für sozial Schwächere.

Seit längerem wird über eine Neuberechnung der Netzkosten diskutiert. Wenn ein Haushalt über eine Photovoltaikanlage am Dach verfügt, braucht er weniger Strom aus dem Netz und zahlt weniger Netzentgelt. Wenn jemand für das Schnellladen der Auto-Batterie viel Strom aus dem Netz bezieht, muss er für die Leistungsspitze jetzt nicht extra bezahlen.

Smart Meter

Als Zwischenlösung sollen laut E-Controlvorstand Wolfgang Urbantschitsch ein vom Verbrauch unabhängiger Grundbeitrag von jährlich 30 Euro eingehoben werden. Außerdem soll für Leistungsspitzen mehr bezahlt werden. Für die Messung der Leistungsspitzen sind Smart Meter nötig.

Es werden also die von den Smart Metern im 15-Minuten-Abständen gespeicherten Daten sehr wohl für die Berechnung von Tarifen herangezogen. Alle, die keinen Smart Meter wollen, müssen mit höheren Tarifen rechnen. Es könne nicht sein, das Smart-Meter-Verweigerer bevorzugt werden, betont E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer.

Wie hoch die Kosten für das Sammeln der Daten durch den Smart Meter sind, sollen die Konsumenten künftig nicht mehr erfahren. Die Stromzählerkosten sollen in die allgemeinen Netzkosten integriert werden.

(kurier) Erstellt am
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