Wirtschaft
31.03.2017

Datensicherung bremst Cyber-Erpresser aus

Eine Million Österreicher wurde bereits Opfer von Datendiebstahl und Betrug.

Ob Hackerangriffe, Identitätsdiebstahl oder Betrug beim Online-Einkauf – die Kriminalität im Internet nimmt dramatisch zu. So ist im Vorjahr die Zahl der Anzeigen um fast 31 Prozent auf rund 13.000 Fälle gestiegen.

Doch die Dunkelziffer ist gewaltig. Denn viele Opfer scheuen den Weg zur Polizei, weil sie sich schämen, auf besonders plumpe Tricks hereingefallen zu sein.

Der Versicherungsverband hat nun beim Kuratorium für Verkehrssicherheit eine Umfrage in Auftrag gegeben. Ein Viertel der 2400 befragten Personen gab an, dass sie in den vergangenen Jahren Opfer eines Cyberdelikts geworden seien. Hochgerechnet auf die webaktiven Österreicher (4,2 Millionen) macht das rund eine Million Geschädigte.

Laut Studie beträgt der durchschnittliche Schaden bei Identitäts- bzw. Daten-Diebstahl 1200 Euro. Bei einem Internetbetrug, sprich man bezahlte eine bestellte Ware, aber die kam nie an, beträgt der Schaden im Schnitt 480 Euro. 72 Prozent der Betroffenen gaben auch an, durch Cyberattacken psychische Beeinträchtigungen erlitten zu haben. Mehr gibt diese Studie nicht her.

Fakt ist aber: Österreichs Internetnutzer werden immer öfter Opfer von sogenannter Ransomware, sprich Erpressungs-Trojaner. Diese Schadprogramme blockieren die Computerdaten – bis Lösegeld gezahlt wird.

970 Euro Lösegeld

"Ransomware ist sehr häufig", sagt Leon Aaron Kaplan vom Computer Emergency Response Team (CERT) Austria. Die Täter erpressen in der Regel "ein halbes oder ein Bitcoin" von den Betroffenen.

Dabei handelt es sich um ein digitales Zahlungsmittel. Ein Bitcoin war am Donnerstag etwa 970 Euro wert. Dabei könnten potenzielle Opfer viel billiger davonkommen. "Die einzige Sache, die dagegen wirklich hilft, ist regelmäßig Back-ups von den Computerdaten zu machen", sagt Kaplan. DieDaten seien dann im Ernstfall gesichert und die Erpressung geht ins Leere. Eine Back-up-Festplatte mit zwei Terabyte-Speicher gibt es heute schon um 100 Euro.

Auch sollten Virenschutzprogramme und Firewalls aktiviert sein und aktualisiert werden. Außerdem sollte das Betriebssystem, die Software und alle Browser regelmäßig auf den neusten Stand gebracht werden, um Sicherheitslücken zu schließen.

"Alte Software, die nicht mehr gebraucht wird, sollte deinstalliert werden", sagt Kaplan. "Jeder Code oder Programmteil hat potenzielle Fehler." Diese sogenannten Bugs sind "offene Türen" für Ganoven. Ein anfälliges Alt-Programme ist der Flash Player von Adobe. Dieser sollte vom PC entfernt werden. Auch veraltete Versionen von sogenannter Cloud-Software, mit der Daten extern gespeichert werden, gelten als gefährlich. Die Daten können laut dem deutschen Bundesamt für IT-Sicherheit leicht abgegriffen und manipuliert werden.