Rund 190 Winzer bewirtschaften die Wiener Weinberge.

© KURIER Deutsch Gerhard

DAC
08/26/2013

Weinexport: Kontrolliert und abgefüllt

DAC-Herkunftskontrollen in den Weinbauregionen sorgen für ständig steigende Verkaufspreise.

von Andreas Anzenberger

Die Wiener Winzer haben es getan. In Zukunft gilt für den Wiener Gemischten Satz die geschützte Herkunftsbezeichnung DAC (Districtus Austriae Controllatus). Es müssen mindestens drei weiße Qualitätsweinsorten gemeinsam in einem Wiener Weingarten angebaut und nach der Ernte gemeinsam vergoren werden. Nur dann ist ein Wiener Gemischter Satz DAC. Bei einem Cuvée werden die Rebsorten nicht im selben Weingarten angebaut und auch nicht gemeinsam vergoren, sondern erst nachträglich verschnitten.

Verkaufsargument

Neun der sechzehn Weinbauregionen in Österreich haben bereits auf DAC umgestellt. Denn DAC ist ein Verkaufsargument und ermöglicht höhere Erzeugerpreise. Das zeigt die Erfolgsgeschichte im Weinviertel. Einst ging die Mär um, dass der Genuss einer Flasche Brünnerstrassler eine dauerhafte Beeinträchtigung der Sehfähigkeit nach sich zieht. Angeboten wurde der Wein in der Zweiliterflasche zum Preis von etwa 50 Schilling (3,60 Euro). Heute lukrieren die Weinviertler Winzer Bouteillen-Preise ab fünf Euro aufwärts. Dafür bekommt der Kunde einen typischen würzig-pfeffrigen Grünen Veltliner Weinviertel DAC. Zusätzliche Sehbehelfe sind nicht von Nöten.

Kräftige Impulse

Mit der DAC-Kontrolle „ist eine Dynamik entstanden, die nicht nur der Weinbranche kräftige Impulse gegeben hat, sondern auch der Gastronomie, dem Tourismus sowie lokalen Produzenten von Lebensmitteln“, freut sich Ulrike Hager, Geschäftsführerin des regionalen Weinkomitees Weinviertel. Das bessere Image des Weins hat das Selbstbewusstsein der Weinviertler Winzer gestärkt. Sie sind wieder stolz auf ihre Produkte. „Die Aufbruchstimmung hat die Voraussetzung für Investitionen geschaffen, von der die gesamte Region profitiert“, lautet Hagers Resümee.

Ein weiteres Argument für DAC ist die Unverwechselbarkeit des Produktes. Es hat sich in der Weinbranche längst herumgesprochen, dass Rebsortenmarketing kein Garant für den Erfolg sein kann. Grünen Veltliner zu bewerben ist zwar kein Fehler, aber Grüner Veltliner wird auch in Ungarn, der Tschechischen Republik und in Übersee angebaut. DAC-Weine gibt es nur in Österreich. Willi Klinger, Geschäftsführer von Österreich Weinmarketing, begrüßt die Ausweitung der DAC-Gebieten. Jede Weinbauregion benötige eine kulinarische „Speerspitze“ in der Produktpalette. „Das bedeutet ja nicht, dass keine anderen Sorten angebaut werden dürfen.“

Mehr Qualität

Immerhin ist es gelungen die Wein-Exportpreise in den vergangenen Jahren deutlich anzuheben. Statt billigen Fasswein wird immer mehr Qualitätswein in Flaschen verkauft. 2012 betrug der Durchschnittspreis für einen Liter Exportwein 2,79 Euro. Zehn Jahr zuvor waren es lediglich 80 Cent pro Liter. Klinger strebt als nächsten Schritt einen Durchschnittspreis von drei Euro je Liter an. Mittelfristig liegt die Latte bei 3,50 Euro.

Billig-Konkurrenz

Im untersten Preissegment haben die heimischen Weinproduzenten ohnehin nichts zu bestellen. Die Konkurrenz in Übersee hat auf ihren riesigen Weingütern längst auf industriellen Weinbau umgestellt. Billiger geht es nicht.

Kein Wunder, dass auch der Direktor des Weinbauverbandes Josef Glatt, eine DAC-Ausweitung für sinnvoll hält. „Das müssen die Regionen aber selber entscheiden. Es gibt da keinen Druck.“

Dafür gibt es gute Gründe. In der Steiermark fehlt DAC, weil in den Weinbauregionen keine typischen Rebsorten angebaut werden wie etwa im Weinviertel mit dem Grünen Veltliner oder im Mittelburgenland mit dem Blaufränkischen.

In der Wachau haben die Winzer der Vinea Wachau ein eigenes Vermarktungssystem mit Herkunftsschutz aufgebaut. Gestaffelt nach dem Alkoholgehalt werden die Weine als Steinfeder, Federspiel oder Smaragd verkauft. Solange der Verkaufserfolg anhält, wird sich der Wunsch nach Einführung von DAC in der Region wohl in Grenzen halten.

Weniger Wein, steigende Erlöse

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