Wirtschaft
07.12.2011

Comtel-Air meldet Konkurs an

Der österreichische Bedarfsflieger gibt als Grund für die Insolvenz das "nicht vertragskonforme Verhalten" des Hauptvertragspartners an.

Die in Turbulenzen geratene österreichische Bedarfsfluggesellschaft Comtel-Air hat Konkurs angemeldet. Die Verbindlichkeiten belaufen sich laut Unternehmensangaben auf 1,2 Mio. Euro. Weiters drohen Schadenersatzansprüche wegen verspäteter und ausgefallener Flüge in derzeit unbekannter Höhe. Die Aktiva bestehen im Wesentlichen aus offenen Forderungen, die zum größten Teil als uneinbringlich gelten, teilte der Kreditschutzverband KSV am Mittwoch mit. Es werden vier Dienstnehmer beschäftigt.

Comtel-Air gibt als Grund für die Insolvenz das "nicht vertragskonforme Verhalten" des Hauptvertragspartners an. Im November gab Geschäftsführer Richard Fluck an, der Reiseveranstalter Astonbury schulde Comtel-Air noch an die 800.000 Euro. Die möglichen Entschädigungsforderungen bezifferte er damals mit 300.000 Euro.

Das weitere Schicksal der Gesellschaft ist derzeit laut KSV völlig ungewiss. Sollte nicht kurzfristig ein Investor gefunden werden, werde es aus Sicht des KSV rasch zu einer Unternehmensschließung kommen müssen.

Kuriose Zwischenlandung

Comtel-Air ist im November in die Schlagzeilen geraten, als die Passagiere eines Charterfluges von Amritsar ( Indien) nach Birmingham bei einer Zwischenlandung in Wien Schwechat zur Kassa gebeten wurden, um den Flug fortsetzen zu können. Später stellte sich heraus, dass die eingesammelten 23.400 Euro die Freigabe eines zweiten Flugzeuges der Gesellschaft in 3.000 Kilometer Entfernung ermöglichen sollten, das dort wegen unbezahlter Rechnungen nicht starten durfte.

Hinter Comtel-Air steht mit Bhupinder Kandra ein Geschäftsmann, der bereits 2007 mit einem ähnlichen Projekt namens Air Sylhet scheiterte. Bhupinder ist Teileigentümer der Golden Air GmbH, die wiederum zu 75 Prozent an Comtel-Air beteiligt ist.