Wirtschaft
05.12.2011

Chinas Wirtschaft wächst und wächst

Im zweiten Quartal ist die chinesische Wirtschaft mit 9,7 Prozent mehr gewachsen als erwartet. Auch die Industrieproduktion legte zu.

Die chinesische Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2011 um 9,5 Prozent gewachsen und hat damit im Vorfeld aufgestellte Erwartungen übertroffen. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg um 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gerechnet. Im Vorquartal war die Wirtschaftsleistung geringfügig stärker um 9,7 Prozent gewachsen.

Die Industrieproduktion legte im Juni um 15,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Analysten hatten im Schnitt mit einem Plus von 13,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gerechnet. Im Mai war die Industrieproduktion um 13,3 Prozent gestiegen.

China hatte im Kampf gegen die anziehende Inflation, Blasen am Immobilienmarkt und eine Überhitzung der Wirtschaft zuletzt die geldpolitischen Zügel gestrafft und die Zinsen mehrfach angehoben. Dennoch hatte erst im Juni Ministerpräsident Wen Jiabao eingeräumt, dass es schwierig werden dürfte, das Inflationsziel von vier Prozent im heurigen Jahr zu erreichen.

Chinas Devisenreserven steigen auf 3,2 Billionen Dollar

Chinas Devisenreserven sind im Juni auf knapp 3,2 Billionen US-Dollar, umgerechnet 2.244 Mrd. Euro, angewachsen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist das ein Zuwachs von 30 Prozent. Trotz der Straffung der Geldpolitik wuchs auch die Liquidität im Juni schneller als erwartet, was neue Sorgen um die ohnehin hohe Inflation auslöste.

Die Kredite der Banken stiegen von 551 Mrd. Yuan (59,7 Mrd. Euro) im Mai auf 633 Mrd. Yuan im Juni. In der ersten Jahreshälfte gaben die Banken damit 4,17 Bill. Yuan an Krediten. Das sind zwar 449 Mrd. Yuan weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, aber nach Expertenansicht mehr als die Zentralbank hochgerechnet auf das ganze Jahr anstreben dürfte.

Wegen der unverändert starken Kreditnachfrage rechnen einige Fachleute mit weiteren Zinserhöhungen, um die hohe Inflation zu bekämpfen. Seit Oktober hat die Zentralbank schon fünfmal den Leitzins und neunmal die Kapitalanforderungen für die Mindestreserven der Banken erhöht. Dennoch erreichte der Preisanstieg im Juni mit 6,4 Prozent den höchsten Stand seit drei Jahren.