Vizekanzler Reinhold Mitterlehner besichtigt die österreichische Spritzgussmaschinenfirma Engel in Shanghai.

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AT&S
10/23/2014

China zieht Technologie-Firmen an

Die Produktionskette verlagert sich weiter nach Asien.

von Helmut Brandstätter

Im Schanghaier Stadtteil Min Hang sind Unternehmen der Hightech-Industrie aufgereiht, fast wie im Silicon Valley. Hier produziert AT&S Leiterplatten für Handys und die Automobilindustrie. Rund 4250 Mitarbeiter fertigen 160 Millionen Leiterplatten. Aber jetzt folgt AT&S dem Ruf der chinesischen Regierung, und der heißt: Go West. Nach den Industriezentren an der Küste sollen jetzt zentrale Städte wie Chongqing Betriebe anziehen. Dort wird nun eine neue Technologie erprobt. Auf die Leiterplatte wird ein neu entwickeltes Substrat aufgetragen – dünn wie ein Zehntel eines Haares. 2016 soll die Produktion in Chongqing voll anlaufen.

Andreas Gerstenmayer, Chef von AT&S, meint zum KURIER, dass sich die gesamte Produktionskette nach Asien verlagere. Von den Rohstoffen bis zu gut ausgebildeten Arbeitskräften sei alles vorhanden. Und bei den Kosten sei Europa einfach nicht mehr konkurrenzfähig. Zehn Prozent der Kosten einer Leiterplatte entfallen in China auf Arbeit, in Europa sind es mindestens 30 Prozent. AT&S-Aufsichtsrats-Chef Hannes Androsch argumentiert, dass nicht Arbeitsplätze von Europa verlagert, sondern durch die Fertigung in Asien gesichert würden. „Ohne Asien gäbe es AT&S nicht mehr.“ In Leoben und Fehring produziert man weiter, aber nur Nischenprodukte, etwa für die Medizintechnik. Außerdem werden neue Technologien in Österreich entwickelt.

Unweit von AT&S besucht die österreichische Wirtschaftsdelegation die Schwertberger Firma Engel. Sie produziert Spritzgussmaschinen für die wachsende Automobilindustrie in China.

Das Vorarlberger Unternehmen Blum wiederum fertigt Scharniere für Küchen. Zwar kämpft sie mit Kopien aller Art, kann sich aber dank hoher Qualität durchsetzen. Probleme mit dem Markenschutz hat AT&S nicht. „Unser Geheimnis ist der Produktionsprozess, der ist nicht kopierbar“, so Andreas Gerstenmayer.

Helmut Brandstätters Live-Blog zum Chinabesuch der Österreichischen Delegation aus Wirtschaft, Politik und Forschung lesen Sie hier.

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