Wirtschaft
12.03.2013

„China ist nicht mehr Werkbank der Welt“

Plus zehn Prozent.Höhere Löhne sorgen für die Verlagerung der Billig-Produktion nach Südasien

Der chinesische Drache hat genug Kraft um die USA als größte Wirtschaftsmacht zu überholen. Bis spätestens 2025 soll es soweit sein. Auch wenn das Wirtschaftswachstum im Reich der Mitte nicht mehr zweistellig ist, sondern im vergangenen Jahr etwa 7,8 Prozent ausgemacht hat.

Der ökonomische Erfolg habe es möglich gemacht, dass die Löhne um rund zehn Prozent gestiegen sind, so der für China zuständige Handelsdelegierte Oskar Andesner. Die chinesische Führung versuche mit dieser Lohnpolitik die Inlandsnachfrage anzukurbeln. Es soll verstärkt für die eigene Bevölkerung produziert werden.

Bei der Umsetzung dieses Programms gib es allerdings noch Verbesserungsbedarf. Der Zuwachs bei den Einzelhandelsumsätzen ist nämlich niedriger als in den vergangenen Jahren.

Die deutlichen Einkommenszuwächse haben auch dazu geführt, dass die Herstellung von billigen Textilien oder Schuhen in südasiatische Länder mit noch niedrigeren Lohnkosten wie etwa Vietnam verlegt wurde . „ China ist nicht mehr die Werkbank der Welt“, lautet die Schlussfolgerung von Andesner. Investitionen machen dann Sinn, wenn die Produkte für den chinesischen Markt bestimmt sind.

Zumal auch die Euro-Krise ihre Spuren hinterlassen hat. Die ausländischen Direktinvestitionen sind im ersten Halbjahr 2012 um drei Prozent auf 59,1 Milliarden US-Dollar (45,3 Milliarden Euro) gesunken. Während die Importe Chinas aus der EU noch leicht gestiegen sind, gibt es bei den Exporten Chinas in die Union ein kleines Minus. Kein Wunder, dass die chinesische Führung versucht ihre Handelsverbindungen zu den Schwellenländern zu intensivieren.

Gegen den Trend haben heimische Unternehmen 2012 mit 172 Millionen Dollar (132 Millionen Euro) etwa doppelt soviel in China investiert wie im Jahr zuvor. Sowohl die Importe aus China als auch die Exporte nach China sind gestiegen.