Wirtschaft 31.01.2012

Chavez holte 160 Tonnen Gold zurück

Symbolträchtig: Hugo Chavez mit einem Goldbarren im Parlament (Rede zur Lage der Nation am 13.01.2012) © Bild: REUTERS

Venezuela hat unter dem Jubel der Bevölkerung seinen Goldschatz ins Land geholt. Ist es Wahlkampf oder Schutz vor der Krise?

Als Ende November 2011 die erste Lieferung eintraf, standen in den Straßen Caracas die Menschen Spalier und jubelten ihrem Staatspräsidenten zu: " Chavez holt unser Gold zurück". Mehr als zwei Monate später ist die Aktion abgeschlossen.

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Venezuela hat mit Blick auf die internationalen Wirtschaftskrisen Gold im Wert von 6,8 Milliarden Euro aus Europa und den USA zurückgeholt. Die letzte Lieferung im Umfang von 14 Tonnen sei am Montag angekommen, teilte die Zentralbank mit. Damit wurden seit November 160 Tonnen Gold von ausländischen Banken geholt.

Schwer bewachter Transport: Die erste Ladung mit Goldbarren traf im November 2011 in der Hauptstadt Caracas ein.
© Bild: REUTERS

Der venezolanische Präsident Hugo Chavez hatte die Aktion im August 2011 angekündigt. Mit der Rückholung will er nach eigenen Worten sein Land vor den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der USA und Europas schützen.

Allerdings ist auch ein zweiter Grund nicht von der Hand zu weisen: Die Rückkehr des Goldes soll Chavez heuer den nötigen Glanz im Wahlkampf verschaffen und seine Bestätigung im Amt sichern.

Vor Beginn der Aktion lagerten rund 80 Prozent der venezolanischen Goldvorräte in Großbritannien, in erster Linie in den Tresoren der Bank of England. Wie viel Gold Venezuela derzeit noch im Ausland lagert, ist nicht bekannt.

Illegale Goldmine in Venezuela
© Bild: REUTERS

Zugleich hatte Chavez im Vorjahr angekündigt, rund 6,2 Milliarden Dollar an Devisen, die derzeit unter anderem auf Schweizer Banken liegen, nach Venezuela zurückzuholen oder in "befreundete" Länder wie China, Russland oder Brasilien zu bringen.

Außerdem hat die Regierung die Goldindustrie des Landes verstaatlicht. Ausländische Firmen können damit in Venezuela nur noch Gold fördern und verarbeiten, wenn sie Partnerschaften mit staatlichen Unternehmen eingehen.

Goldreserven weltweit

Zum Vergleich Nach Daten des Branchenverbandes World Gold Council (Stand: August 2011) betragen die weltweiten offiziellen Goldreserven aller Länder 27.373 Tonnen - davon halten nur zehn Länder insgesamt fast 21.300 Tonnen.Die größten offiziellen Reserven halten die USA (8133,6 t), Deutschland (3401 t) und Italien (2451,8 t), gefolgt von Frankreich (2435,4 t), China (1054,1 t) und der Schweiz (1040,1 t). Österreichs offizielle Goldreserven beliefen sich nach diesen Zahlen im August des Vorjahres auf 280 t - vor einem Jahrzehnt waren es noch über 400 t gewesen, allerdings gab es inzwischen massive Verkäufe zu vergleichsweise ungünstigen Preisen.

 

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Erstellt am 31.01.2012