Justiz, Finanz und Rechnungshof prüfen den Fall Schloss Reifnitz.

© GERT EGGENBERGER

Immobilienaffäre
12/05/2013

Causa Reifnitz: Finanz prüft Stronach und Wolf

Großbetriebsprüfung untersucht, ob die Seevilla betrieblich oder doch nur privat genutzt wurde.

von Kid Möchel

Das Strafverfahren um den mutmaßlichen Diskont-Verkauf des Wörthersee-Juwels Schloss Reifnitz an Magna bzw. Stronach ruft auch bei der Finanz großes Interesse hervor. Die Großbetriebsprüfung hat bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft um Einsicht in den Ermittlungsakt ersucht und kürzlich auch erhalten.

Im Zuge einer Steuerprüfung beim Magna-Konzern haben die Finanzer auch die Magna Projektentwicklungs GmbH & Co KG unter die Lupe genommen, die 2005 das Schloss für 6,4 Millionen Euro kaufte. Zugleich prüft sie die Bücher von Frank Stronach und Siegfried Wolf.

Stronach wollte in Reifnitz ein Manager-Schlosshotel aufziehen. Die Gemeinde verkaufte Magna die Liegenschaft angeblich zu einem „Vorzugspreis“. Der Verdacht: Untreue. Der wird bestritten. Aus dem Hotel samt Jobs wurde aber nichts. Heute gehört die Seevilla der Gesellschaft „20008 AustCo“, sprich Wolf und Stronach. Also doch nur ein Privatvergnügen? Die Steuerprüfer untersuchen daher den Kauf des Schlosses Reifnitz und die geltend gemachten Sanierungsaufwendungen. Und: „Ob eine betriebliche Nutzung, oder ob eine rein private Nutzung, Stichwort Luxusvillen-Problematik, vorliegt“. Mögliche steuerliche Auswirkungen: Kürzung der Vorsteuer und geltend gemachter Verluste.

Steuer zurückgezahlt

„Wenn man beabsichtigt, einen Tourismusbetrieb zu etablieren, aber es sich in den Jahren herausstellt, dass der Betrieb doch nicht umgesetzt wird, muss man etwas berichtigen“, sagt Stronachs Anwalt Michael Krüger zum KURIER. „Die abgezogene Vorsteuer für diese Jahre ist zurückgezahlt worden.“ Laut früheren Angaben waren es 1,2 Millionen Euro.

Wolf ist im Zuge der Reifnitz-Affäre auch ins Visier der Finanzmarktaufsicht (FMA) geraten. Wolf ist u. a. Aufsichtsratschef der Wiener Sberbank Europe. Aufgrund eines KURIER-Artikels fragte die FMA bei der WKStA an, was Wolf vorgeworfen wird. Zugleich ersuchte sie „um Übermittlung jener Tatsachen, die Zweifel an Wolfs persönlicher Zuverlässigkeit be- oder entkräften“. Denn: Ohne persönliche Zuverlässigkeit keine Schlüsselfunktion in einer Bank.

Bei dieser Anfrage(siehe Faksimile)musste Oberstaatsanwalt Erich Reich aber passen: „Die WKStA kann nicht beurteilen, welche Tatsachen Zweifel an der persönlichen Zuverlässigkeit von Ing. Wolf be- bzw. entkräften.“ Eine Antwort wird die FMA erst mit rechtskräftiger Beendigung des Strafverfahrens erhalten.
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