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Telekom V
08/20/2013

Schillerplatz: Die Anklage ist rechtskräftig

Die Ex-Chefs von Telekom und ÖBB müssen sich wegen eines fragwürdigen Immo-Deals vor Gericht verantworten.

Die Causa Schillerplatzder KURIER zitierte bereits im Juli aus der Anklageschrift – kommt vor Gericht. Die Anklage gegen insgesamt sieben Personen in der justizintern unter „Telekom V“ firmierenden Affäre ist rechtskräftig, bestätigte eine Sprecherin des Landesgerichts Wien am Dienstag.

Angeklagt sind unter anderen Ex-ÖBB-Chef Martin Huber, dessen Ehefrau Barbara, Ex-Telekom Austria-Generaldirektor Heinz Sundt und Ex-Telekom-Finanzvorstand Stefano Colombo. Ein Termin für den Prozess unter Leitung von Richterin Claudia Moravec-Loidolt steht noch nicht fest.

Martin Huber begrüßt die Eröffnung des Verfahrens. Die Gesellschafter seiner Firma hätten "stets die Sorgfalt ordentlicher Kaufleute walten lassen". Auch sei das Unternehmen damals nicht in die Gestaltung des Kaufpreises eingebunden gewesen, hält er in einer der APA vorliegenden Stellungnahme am Dienstagabend fest.

Schnäppchenpreis

In der Causa Schillerplatz geht es um einen umstrittenen Immobilien-Deal. Der Vorwurf der Anklage: die Telekom Austria (TA) habe 2006 zwei Etagen ihres traumhaft gelegenen Palais in der Wiener Innenstadt mit 5,4 Millionen Euro deutlich unter Wert an die Gesellschaft Schillerplatz 4 Projektentwicklungs GmbH (SP4) veräußert, welche die Anklage dem früheren ÖBB-Chef Huber und seiner Ehefrau zurechnet. Die Immobilie wurde im darauf folgenden Jahr an die Seeste Bau AG - einen engen Geschäftspartner der ÖBB und Großinvestor am Wiener Hauptbahnhof - mit einem satten Gewinn verkauft. Die Seeste Bau AG berappte knapp elf Millionen Euro.

Im Zusammenhang damit bezichtigt die Staatsanwaltschaft Sundt und Colombo nun der Untreue, weil sie mit dem Huber gewährten "Schnäppchenpreis" die TA wissentlich unter Missbrauch ihrer Befugnis mit Millionen am Vermögen geschädigt haben sollen. Dem Ehepaar Huber wird Beihilfe zur Untreue angekreidet.

Mitangeklagt sind weiters Birgit Wagner, mittlerweile Vorstand der ÖBB-Personenverkehr AG, die im inkriminierten Tatzeitraum in der Immobilien-Abteilung der TA werkte. Sie und einer ihrer damaligen, ebenfalls zur Anklage gebrachten Kollegen, sollen laut Staatsanwalt den Schillerplatz-Deal verschleiert und damit die Tatbestände der Beweismittelfälschung und Begünstigung erfüllt haben.

Siebenter Angeklagter ist der Ziviltechniker Peter K., der den Verkehrswert der gegenständlichen Immobilie auf 5,2 Mio. Euro beziffert hatte. Für die Anklagebehörde hat er sich damit der Beweismittelfälschung schuldig gemacht, zumal sein Gutachten vordatiert gewesen sein soll.

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