Wirtschaft
26.03.2017

car2go fährt in drei Wochen mit dem Stern

Zum Smart-Modell kommen in Wien auch A-Klasse-Mercedes dazu. car2go will verstärkt Frauen, Ältere und Geschäftskunden ansprechen.

Der Car-Sharing-Anbieter car2go poliert Mitte April seine Flotte auf. Zu den Smart gesellen sich dann auch 350 Mercedes der A-Klasse (inklusive 50 CLA und 50 GLA). Die bestehende Smart-Flotte wird völlig erneuert und auf 350 halbiert. Im Juni soll die Flottenumstellung abgeschlossen sein.

Die Fahrzeuge haben alle einen Benzinmotor mit 90 kW und Automatik. Im Gegensatz zu jetzt werden die Fahrzeuge deutlich dezenter gekennzeichnet sein und in weiß und grau angeboten. Die Cockpits sind bei allen Mercedes-Modellen ident. Kindersitze sind keine vorhanden, aber dafür gibt es eine Iso-Fix-Vorrichtung zur Montage.

"98 Prozent unserer Kunden behandeln die Autos als wären sie ihre eigenen"

Dass die Mercedes für Spritztouren übermütiger Führerscheinneulinge benutzt wird, fürchtet car2go-Österreich-Chef Alexander Hovorka nicht. "98 Prozent unserer Kunden behandeln die Autos als wären sie ihre eigenen", so Hovorka. Falls es doch einmal rumpeln sollte: Die Fahrzeuge sind Vollkasko versichert, der Selbstbehalt liegt bei 500 (Smart) bzw. 1.000 Euro (A-Klasse). Pro Tag werden die Autos im Schnitt sieben mal ausgeliehen.

120.000 Kunden in Wien

Künftig will Hovorka verstärkt Frauen, Ältere und Geschäftskunden ansprechen, die derzeit im Kundenstock noch unterrepräsentiert seien. Aktuell hat car2go 120.000 Kunden in Wien, eine Expansion in andere Städte ist nicht geplant. Denn rechnen würde sich das Angebot erst ab einer Einwohnerzahl von einer halben Million Menschen.

Mit der Stadtverwaltung zeigte sich Hovorka im Gespräch mit der APA sehr zufrieden, auch wenn es noch Luft nach oben gebe, wie die Car-Sharing-Musterstadt München zeigen würde. Und auch mit der Taxizunft versehe man sich gut, auch wenn es am Anfang Befürchtungen gab, dass durch das Auto-Teilen die Branche leiden würde. Nun hofft Hovorka dass auch das Vorurteil fällt, dass Car-Sharing den Umstieg auf Öffis weniger schmackhaft macht. Das Gegenteil sei der Fall. Rund zwei Drittel der Car-Sharer hätten eine Jahreskarte der Wiener Linien.

Noch keine E-Autos in Wien

E-Autos bietet car2go in Wien nicht an und ist derzeit auch nicht angedacht. Denn car2go-Eigner Daimler verfolge hier eine klare Linie: Kein Flottenmix in einer Stadt, also entweder alles elektrisch oder alles fossil. Unter Strom fahren die Autos in Amsterdam, Madrid und Stuttgart.