Wirtschaft
07.07.2017

Butter ist so teuer wie noch nie

Der Butterpreis ist deutlich gestiegen. Die Molkereien wollen mehr Geld vom Handel.

Butter ist teuer geworden. Ein Viertelkilo kostet im Lebensmitteleinzelhandel bis zu 2,40 Euro. Bei den Eigenmarken beträgt der Preis meist knapp unter zwei Euro. Die Diskontpreise sind auf 1,70 Euro gesteigen. Sonderangebote sind natürlich billiger.

Die Nachfrage nach tierischem Fett, wie etwa Butter, ist deutlich gestiegen. "Alle Molkereien haben zu wenig Ware", beschreibt der Vorstand der niederöstereichischen Molkerei NÖM, Alfred Berger, die aktuelle Marktlage. Es gebe immer wieder Anfragen anderer Molkereien, ob die NÖM nicht vielleicht Milchfett verkaufen will.

Berger nennt dafür mehrere Gründe: In Deutschland sei die Milchproduktion gesunken. Außerdem enthält die angelieferte Milch etwas weniger Fett. Das kann mit der Tierfütterung zu tun haben. Der etwas gesunkene Fettgehalt hat Auswirkungen auf die Produktion, wenn man den gesamten Markt betrachtet.

Weniger Palmöl

Dazu kommt, dass die Produktion von pflanzlichen Fetten wie etwa Palmöl von Umweltorganisationen seit Längerem heftig kritisiert wird. Es geht dabei um die Rodung von Wäldern für Palmplantagen.

In vielen Lebensmitteln wurde oder wird aus Kostengründen Palmöl statt tierischem Fett verwendet. Den Konsumenten war das allerdings nicht bewusst. Laut dem world wildlife fund for nature (WWF) ist in fast jedem zweiten Produkt aus dem Supermarkt Palmöl enthalten. Das gilt für so unterschiedliche Waren wie Pizza, Waschmittel oder Lippenstift. Es geht dabei um beträchtliche Mengen an Fett. Die verstärkte Verwendung von Milchfett hat die Nachfrage angekurbelt.

Zuletzt gab es erfreuliche Nachrichten für die Milchbauern. Viele heimische Molkereien haben in den vergangene Tagen und Wochen die Erzeugermilchpreise für die Bauern angehoben. Die NÖM hat diese Woche bekannt gegeben, dass sie den Milchbauern um 1,5 Cent je Liter mehr bezahlt.

Allerdings haben die Molkereien ein Problem. Sie bezahlen zwar die Milchbauern besser, bekommen vom Handel aber nicht mehr Geld. Die Gespräche zwischen den Molkereien und den Handelsketten über eine Preisanhebung haben bisher noch kein Ergebnis gebracht.

Großer Unmut

Das sorgt für Unmut unter den Milchbauern, die oft als Genossenschafter Miteigentümer der Molkereien sind. "Es herrscht großes Unverständnis. Die Milchbauern sind sehr ungehalten", verweist NÖM-Chef Berger auf die angespannte Stimmung. Er hält Protestaktionen als letzte Eskalationsstufe für durchaus möglich.

Derartige Konflikte sind nicht neu. Nach dem Auslaufen der EU-Milchlieferquoten im Frühjahr 2015 sind die Erzeugermilchpreise deutlich gesunken. Das hat aber nicht bedeutet, dass auch die Preise für die Konsumenten zeitlich im selben Ausmaß gesunken sind. Es geht immer um die Frage, wie rasch und in welchem Ausmaß die Veränderung von Preisen weitergegeben wird.