Die deutsche Amazon-Alternative genialokal.de wurde erstmals auf der Leipziger Buchmesse präsentiert.

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Wirtschaft
03/16/2015

Buchhändler bündeln Kräfte gegen Amazon

Eigener Webshop genialokal.de soll Kunden auch in Läden locken.

Der deutsche Buchhandel startet eine Offensive gegen die Übermacht des US-Internetriesen Amazon. Unter genialokal.de geht Mitte April ein Webshop online, an dem rund 500 unabhängige Buchhandlungen angeschlossen sind. Das Angebot umfasst mehr als eine Million Bücher, Lesegeräte für eBooks (Tolino), CDs sowie Spielwaren und soll auf andere Produkte ausgeweitet werden.

Betreiber der Plattform sind die Genossenschaft der unabhängigen Buchhändler in Deutschland (eBuch) und Libri. Sie wollen mit dem Angebot nicht nur eine neue Amazon-Konkurrenz schaffen, sondern auch die Kunden wieder in lokale Buchläden locken. Mit genialmobil gibt es auch eine mobile Lösung für Smartphones.

Bücher ums Eck

Die Kunden sehen auf der Plattform sofort, in welcher Buchhandlung in der Nähe das gewünschte Buch abholbereit ist und können es dort zurücklegen lassen. „Eine gute Idee, die man sich auch für Österreich anschauen muss“, findet Erwin Riedesser vom Österreichischen Buchhändlerverband. Auch in Österreich ist Amazon im Online-Buchhandel die klare Nummer Eins, der Anteil des Internet-Handels am gesamten Buchmarkt wird vom Hauptverband des Buchhandels auf rund 20 Prozent geschätzt.

In Österreich gibt es derzeit rund 1700 Buchhandlungen mit Gewerbeberechtigung, 2011 waren es noch mehr als 1900. Die meisten Buchhandlungen gibt es in Wien mit knapp 500.

Eigene App LChoice

Für Leseratten, die ein Smartphone nutzen, gibt es als Amazon-Alternative auch die App "LChoice" (L steht für local). Sie wurde in Deutschland entwickelt und wird seit dem Vorjahr auch in Österreich vertrieben. „In beiden Ländern zusammen bieten bisher etwa 300 Buchhändler unsere App an“, sagte Österreich-Geschäftsführer Constantin von Ridder kürzlich dem Magazin diezeitschrift.at. Unter den Händlern seien auch ein paar größere wie Morawa oder Kuppitsch. In Deutschland seien die Erfahrungen bisher sehr positiv. „Der Kunde kann sich den Buchhändler aussuchen, bei dem er kaufen will. Der schickt ihm das Buch zu oder der Käufer holt es sich ab“, erläuterte Ridder.