Wiener Gasthaus ist zum zweiten Mal pleite

© APA/dpa-Zentralbild

Insolvenz
10/28/2016

Bruchlandung des Lieferservices Flying Diner

Der ehemalige Lieferservice-Geschäftsführer fährt einen geleasten Porsche Panamera.

von Kid Möchel

Diese Geschäftsidee ist nicht richtig aufgegangen. Die Flying Diner GmbH hat am Freitag am Handelsgericht Wien ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beantragt. Sie will ihren Gläubigern 30 Prozent Quote innerhalb von zwei Jahren zahlen. Das bestätigt Gerhard Weinhofer vom Gläubigerschutzverband Creditreform dem KURIER. Das Unternehmen, das Mitte Dezember 2013 gegründet worden ist, betreibt unter der Marke „Flying Diner“ ein Essens-Zustellservice und ein Gastro-Franchisekonzept.

Die Insolvenzursachen sind vielfältig. Dazu zählen die Beendigung von Franchiseverträgen durch mehrere Franchisenehmer, die zu geringe Kapitalausstattung der Franchisenehmer, die ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen konnten, sowie der Kauf und Betrieb eines eigenen Gastronomiebetriebes „zu überhöhten Kosten“; dazu kommt noch die unzureichende Unternehmensplanung und das fehlende Forderungsmanagement. In der Wiener Innenstadt wurde ein eigenes Lokal mit dem Namen „I love Veggie Burger" betrieben. Das Lokal wurde Mitte Oktober 2016 um 180.000 Euro zuzüglich Umsatzsteuer an die Veggie for Life OG verkauft, davon wurden 100.000 Euro bereits bezahlt, 80.000 Euro sind noch offen. Zuletzt soll Flying Diner rund 270.000 Euro Verlust geschrieben haben.

Schulden und Vermögen

Die Verbindlichkeiten werden mit 876.000 Euro beziffert, davon entfallen 355.000 Euro auf Lieferverbindlichkeiten, 208.000 Euro auf Banken, 67.000 Euro auf die Finanz und 66.000 Euro auf die Gebietskrankenkasse. Die Aktiva bestehen aus der Geschäftsausstattung und EDV (rund 81.000 Euro) und dem offenen Teil-Verkaufsbetrag eines Lokals (80.000 Euro). Weitere 54.000 Euro sind offene Franchisegebühren und 15.000 Euro betragen die offenen Mieten; dazu kommt noch ein geleaster Porsche Panamera 4 3,6 Liter V6 des früheren Geschäftsführers und knapp 980 Euro hat die Firma in der Kassa.

Die Sanierung

Die Gläubigerquote soll aus der „Einbringlichmachung von offenen Forderungen“, dem offenen Teil-Verkaufspreis und dem Fortbetrieb erwirtschaftet werden. Etwaige Fehlbeträge will der Mehrheitseigentümer Ecos Private Equity ausgleichen.

Im Zuge der Sanierung soll der Personalstand von zehn auf sechs Mitarbeiter reduziert werden. Sowohl das angemietete Büro in der Wiener Innenstadt als auch ein vermietetes Gastro-Lokal im Wien-Alsergrund sollen aufgelassen werden. Weitere Einsparungen sollen durch die Schließung der zentralen Bestellhotline erfolgen. Das Büro soll in die Räumlichkeiten der Mehrheitseigentümerin Ecos Private Equity übersiedeln.

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