Wirtschaft
22.02.2018

Britische Wirtschaft hinkt Euro-Zone hinterher

Das britische Wachstum war 2017 so gering wie seit fünf Jahren nicht. Die Kaufkraft der Bevölkerung leidet.

Großbritannien hinkt der Weltwirtschaft hinterher. Das Wachstum des vor dem EU-Ausstieg stehenden Landes fiel Ende vergangenen Jahres schwächer aus als zunächst gedacht, wie das Statistikamt am Donnerstag mitteilte. Im gesamten Jahr 2017 reichte es zu einem Plus von 1,7 Prozent, das sind 0,1 Prozent weniger als in einer ersten Schätzung im Jänner.

Der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ist zugleich der schwächste seit 2012 und deutlich geringer als auf der anderen Seite des Ärmelkanals: In der Euro-Zone ist die Wirtschaft im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent gewachsen und damit so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Pfund gesunken

Seit sich die Briten im Sommer 2016 für einen Austritt aus der EU entschieden, hat die heimische Wirtschaft an Tempo eingebüßt. Zu schaffen macht ihr der Verfall des Pfundes. Seit dem Brexit-Votum hat die britische Währung zum Euro 13,6 Prozent an Wert verloren. Das führt zu steigenden Preisen und schmälert die Kaufkraft der Verbraucher. Zudem legten zuletzt Außenhandel und Investitionen nicht so stark zu wie von Analysten erwartet. Im Schlussquartal 2017 stieg das BIP um 0,4 Prozent, in einer ersten Schätzung waren es noch 0,5 Prozent.

Der Chef der Bank von England, Mark Carney, warnte unlängst, der Rückzug Großbritanniens aus der EU bleibe eine "Quelle der Unsicherheit".