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Wirtschaft
05/11/2012

Briten wetten auf Griechenlands Euro-Austritt

Der Andrang der Engländer auf die Wettbüros ist derart groß, dass diese aus Furcht vor Verlusten keine Wetten mehr annehmen wollen.

England gilt als die Wettnation schlechthin. Neuester Schrei: Finanzwetten. So genanntes „Financial spread betting“ wird immer beliebter. Denn finden Spiele der beliebtesten Fußball-Ligen meist nur am Wochenende statt, haben die Aktienbörsen von Montag bis Freitag ganztätig geöffnet.

Für Buchmacher hat sich der Trend als Umsatzmotor erwiesen. Doch einer neuen Wettwelle sehen die britischen Wettbüros mit Furcht entgegen. In Scharen wollen die euro-skeptischen Briten darauf wetten, dass Griechenland die Eurozone verlässt. Der Andrang ist derart groß, dass die renommiertesten Wettbüros des Landes aus Furcht vor hohen Verlusten nicht mehr dagegenhalten wollen - sie nehmen entsprechende Wetten ganz einfach nicht mehr an, weil sie ihnen zu riskant sind.

"Griechenland ist seit langem der heißeste Favorit für den ersten Euro-Austritt", erklärte ein Sprecher des Wettbüros William Hill am Donnerstag. "Dann wurde es jedoch zunehmend das einzige Land, auf das die Leute setzen wollten." Der Buchmacher reduzierte die Gewinnquote wiederholt auf bis zu 1:4, bevor er diese Wetten ganz einstellte.

Beim Rivalen Ladbrokes sieht es ganz ähnlich aus. "Es ist für uns sicherer, die Wetten einzustellen, als die Gewinnquoten immer weiter zu senken", erläutert ein Sprecher. "Allein in den vergangenen Tagen mussten wir die Quoten mehrfach senken."

Alternative

Für hartnäckige Wettfans gibt es aber noch immer Möglichkeiten, über Umwege auf den Austritt Griechenlands zu spekulieren. So schlägt Ladbrokes etwa noch immer auf die Wette ein, dass der griechische Aktienmarkt noch in diesem Jahr an einem einzigen Tag um 25 Prozent abstürzt.

Für hartgesottene Anhänger von Untergangszenarien bietet sich sogar ein Einsatz darauf an, dass der Euro bis Ende des Jahres gar nicht mehr existiert - mit der Gewinnquote 33:1. Wer glaubt, dass der Euro Ende 2015 Geschichte ist, muss sich mit einer Quote von 5:6 begnügen.

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