Wirtschaft
29.11.2016

Briten besorgen sich verstärkt Geld für Hausbau und Konsum

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Die Verbraucherkredite zogen im Oktober um 10,5 Prozent an. Das ist der stärkste Zuwachs seit Oktober 2005.

Die Briten zeigen sich von den Folgen des Brexit-Votums unbeeindruckt und besorgen sich verstärkt Geld für Hauskauf und Konsum. Im Oktober zogen die Verbraucherkredite zum Vorjahr um 10,5 Prozent an, wie die Notenbank am Dienstag mitteilte. Dies ist die stärkste Zuwachsrate seit Oktober 2005.

Auch Hypothekenkredite sind sehr gefragt: Die Zahl der genehmigten Anträge stieg auf 67.518 von 63.594 im September. Experten wurden von der hohen Zahl überrascht, da sie nur 65.000 auf dem Zettel hatten. Die britische Wirtschaft hat sich nach dem EU-Austrittsreferendum vom Juni besser geschlagen als zunächst vielfach befürchtet.

Anstieg der Verbraucherpreise erwartet

Insbesondere die Kauflust der Briten ist ungebrochen. Dennoch erwarten Fachleute, dass der durch die Talfahrt des Pfund befeuerte Anstieg der Verbraucherpreise 2017 zu einem Dämpfer führen wird. Die Bank of England erwartet, dass die Inflationsrate nächstes Jahr auf 2,75 Prozent nach oben schnellen und damit weit über die Zielmarke der Notenbank von zwei Prozent hinausschießen wird. Zuletzt betrug die Jahresteuerungsrate 0,9 Prozent.

Premierminister Theresa May will bis Ende März 2017 den Abschied aus der EU beantragen. Danach beginnt der zweijährige Austrittsprozess. Ob die Briten weiter Zugang zum europäischen Binnenmarkt mit seinem zollfreien Warenverkehr bekommen, muss in Verhandlungen geklärt werden.