Bright Minds mit Reinhold Mitterlehner

© gilbert novy

Bright Minds
07/17/2013

Worunter die Wirtschaft leidet

Fragestunde: Wirtschaftsminister Mitterlehner wurde von der Initiative "Bright Minds" befragt.

Wir werden einen relativ guten Herbst haben. Die Auftragslage der Firmen ist gut“, versuchte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner gleich zu Beginn Zweifel zu zerstreuen. Die Initiative „Bright Minds“ hatte ihn zur „Fragestunde“ gebeten. 50 Spitzenmanager haben auf Initiative von KURIER, Format und der Firma Spiegelfeld im Laufe eines Jahres Vorschläge für den Wirtschaftsstandort erarbeitet.

Thema Lehrlinge: „Wir kommen in Ballungszentren an die Grenzen des Berufsbildungssystems. Wir akademisieren alle Berufe, aber verlieren viele Junge, die orientierungslos sind, die die Unternehmer auch nicht wollen. Wie macht man die Lehre attraktiver?“, fragte Franz-Josef Lackinger, Leiter des Berufsförderungsinstituts Wien. „Ich sehe das Problem auch“, so Mitterlehner. Die Sozialpartner hätten dazu ein (Bildungs-)Konzept erarbeitet, das aber „hängengeblieben“ sei. Auch die Betriebe müssten sich anstrengen, um „gegenüber der Schule attraktiv zu sein“. Immerhin sei die Drop out-Rate im Lehrlingsbereich gesunken.

Thema Bürokratie: „Die Regulierungs- und Normierungswut im geförderten Wohnbau hat diesen eklatant verteuert“, kritisierte Flughafen-Vorstand Günther Ofner. Und wenn jetzt das Arbeitsinspektorat auch noch für psychische Leiden zuständig werde, öffne man damit die „Büchse der Pandora“. „Wir sind übernormiert“, räumte der Minister ein, das müsse von der nächsten Regierung geändert werden.

Widersinnigkeiten

Thema Energie: „Wir katapultieren uns mit der Energiewende ins Out“, meinte Immobilienmakler Georg Spiegelfeld. „Es gibt Widersinnigkeiten im Markt“, stimmte Mitterlehner zu. Im Sommer produziere vor allem Deutschland (dank geförderter Solar- und Windenergie) sechs Mal so viel Energie wie nötig, das billigst verkauft werden müsse. Wegen der Speicherprobleme seien ausgerechnet umweltschädliche Kohlekraftwerke hoch im Kurs. Das Problem sei nur EU-weit zu lösen.

Einen nahezu euphorischen Kontrapunkt setzte der Werber Luigi Schober: „Schluss mit dem Minderwertigkeitskomplex, die Österreicher sind die Intelligenzreserve Europas.“ Mitterlehner blieb vorsichtig: „Wir sind nicht schlecht, aber auch nicht so gut.“ In manchen Bereichen gebe es durchaus Reformstau.

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