Wirtschaft
22.06.2017

Brexit: Österreichs Autobranche könnte 480 Mio. Euro verlieren

Deloitte-Studie: Österreichs Autobranche würde um bis zu 1,5 Prozent weniger Umsatz machen.

Österreichs Automobilbranche muss im Falle eines harten Brexit mit bis zu 480 Mio. Euro weniger Umsatz rechnen. Bei einer Branchengröße von 43 Mrd. Euro entspreche dies einem Umsatzrückgang von knapp 1,5 Prozent, geht aus einer Analyse des Beratungsunternehmens Deloitte hervor.

"Ein harter Brexit nützt niemandem, nicht dem Vereinten Königreich und auch nicht dem Rest der EU", so Ben Trask, Partner bei Deloitte Österreich und Brexit-Experte, im APA-Gespräch. Nun sei die Politik gefragt, einen für beide Seiten gangbaren Weg zu finden.

In den Umsatzrückgang wurden von Deloitte sowohl die Effekte direkter Exporte in das Vereinigte Königreich als auch indirekte Effekte aufgrund von Umsatzrückgängen anderer belieferter europäischer Automobilhersteller hineingerechnet.

Acht Prozent direkt nach Großbritannien

Von der heimischen Autoproduktion in Höhe von 3,7 Mrd. Euro gehen laut Deloitte acht Prozent bzw. 295 Mio. Euro direkt in das Vereinte Königreich, das damit der zweitgrößte Abnehmer sei. Bei einem prognostizierten Umsatzrückgang für die EU-27 - exklusive Deutschland - von 36 Prozent entspräche dies einem Minus von 106 Mio. Euro. Für Deutschland wird ein Minus von 31 Prozent angenommen.

Dazu kämen indirekte Effekte durch die Abhängigkeit von Lieferungen an ausländische Autohersteller. Die potenziellen Umsatzeinbußen durch indirekte Umsatzeffekte deutscher sowie anderer europäische Autohersteller würden zusammen rund 375 Mio. Euro ausmachen.

Alleine auf Deutschland entfielen 210 Mio. Euro weniger Zuliefervolumen. Europas größter Automobilhersteller Deutschland müsste im Falle eines harten Brexit mit einem Umsatzrückgang von 31 Prozent bzw. 6,7 Mrd. Euro rechnen.

Für das Szenario eines harten Brexit wurden die Annahmen von WTO-Zöllen und ein 10-prozentiger Wertrückgang des britischen Pfund unterstellt.