Skyline von London

© APA/AFP/ODD ANDERSEN

Brexit
10/23/2016

Britische Banken wollen raus aus London

Aufgrund der Unsicherheit über die EU-Austrittsverhandlungen zieht es die Banken auf den Kontinent. 70.000 Jobs stehen auf dem Spiel.

Britische Großbanken bereiten sich angesichts des Brexit-Votums auf einen zügigen Wegzug aus Großbritannien vor. Sie wollen das Land bereits Anfang 2017 verlassen, sagte der Chef des Lobbyverbandes BBA, Anthony Browne, der Zeitung Observer. Kleinere Banken schmiedeten sogar Pläne, noch vor Weihnachten abzuziehen. Hintergrund sei die Unsicherheit über die EU-Austrittsverhandlungen.

Die Lobbying-Gruppe der britischen FinanzwirtschaftTheCityUkrechnet mit bis zu 70.000 Arbeitsplätzen, die verloren gehen könnten, sollten die Banken abziehen.

Die britische Bevölkerung hatte sich im Juni mehrheitlich für einen Brexit ausgesprochen. Ob das Land weiter Zugang zum europäischen Binnenmarkt mit seinem zollfreien Warenverkehr bekommen wird, muss in den Verhandlungen geklärt werden.

May will mit britischen Landesteilen über Brexit beraten

Die britische Premierministerin Theresa May will indes mit den Regierungschefs von Schottland, Wales und Nordirland über das weitere Vorgehen beim Brexit beraten. Wie ihr Büro am Sonntag erklärte, ist für Montag ein Treffen mit der schottischen Regierungschefin Nicola Sturgeon, dem walisischen Regierungschef Carwyn Jones und der Regierungschefin Nordirlands, Arlene Foster, geplant. Das Brexit-Votum hatte zumindest in Schottland eneut Unabhängigkeitsüberlegungen geweckt.

Inhalt der Begegnung seien Gespräche, wie die "Regierungen zusammenarbeiten können, um das beste Abkommen für Großbritannien zu erreichen", hieß es. May will nach Angaben von Downing Street die Vertreter der Landesteile des Vereinigten Königreichs dazu aufrufen, mit der britischen Regierung zu kooperieren, um "Wohlstand und Jobs" zu sichern und gerecht zu verteilen. "Uns vereint viel mehr als nur die Geographie und wir sind mehr als die Summe unserer Landesteile", erklärte May demnach. Sie erhoffe sich von dem Treffen am Montag den "Beginn einer neuen Partnerschaft" zwischen der Zentralregierung und den Landesteilen.

In den einzelnen Landesteilen des Königreichs gingen die Meinungen der Bürger beim Brexit-Votum im Juni deutlich auseinander: Während England und Wales für den Brexit stimmten, wollten die Schotten und die Nordiren, dass das Land Teil der EU bleibt. Schottlands Regierung will die Bürger in einem erneuten Referendum über die Unabhängigkeit von London abstimmen lassen. May will hingegen bis spätestens Ende März kommenden Jahres offiziell den EU-Austritt Großbritanniens erklären.

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