Wirtschaft
29.08.2017

Bizarrer Roboter-Arnie soll Briten aufrütteln

Finanzregulator FCA schaltet TV-Spots: Brüllender Arnold Schwarzenegger soll geschädigte Briten zu Klagen animieren.

Die Briten sind anders: Mit verstörenden Werbespots und Plakatsujets will die Finanzregulierungsbehörde FCA die Bürger darauf aufmerksam machen, dass in exakt zwei Jahren eine Deadline abläuft, um Klagen einzureichen.

Im Zentrum des Filmes, der Plakate und der Online-Banner steht ein wild herumbrüllender Arnold-Schwarzenegger-Kopf, der auf ein panzerähnliches Gefährt montiert ist. Der ganze TV-Spot ist hier zu sehen.

Der Robo-Klon der steirischen Eiche wendet sich an jene Briten, die zwischen 1990 und 2010 durch überteuerte Versicherungspolizzen rund um Kredite (Payment Protection Insurance/PPI) geschädigt wurden - seit 2011 wurden bereits mehr als 27 Mrd. Pfund (fast 30 Mrd. Euro) nach Verbraucherklagen ausbezahlt. Für die Kompensation mussten die großen Banken und Finanzfirmen vorsorglich 37 Mrd. Pfund als Rückstellung einplanen. Die Kampagne soll die ganzen zwei Jahre über laufen.

"Unsere Kampagne will das ganze Getöse rund um das Thema übertönen", erklärte Andrew Bailey, der Chef der FCA. "Das soll die Menschen dazu bringen herauszufinden, ob sie betroffen sind und eine Klage anstreben." Bezahlen müssen die Kampagne, deren Kosten mit insgesamt 42 Mio. Pfund beziffert werden, übrigens jene 18 Firmen - darunter Banken, Wohnbaugesellschaften und Kreditkartenfirmen -, die die meisten Klagen zu verzeichnen hatten.

Insgesamt waren den Briten über die Jahre 64 Millionen PPI-Versicherungspolizzen verkauft worden. Diese sollten Kreditnehmer vor Zahlungsausfällen schützen, etwa wenn sie krank oder arbeitslos werden. Allerdings wurden diese Verträge auch Konsumenten aufgezwungen, die dafür gar nicht in Frage kamen, etwa Selbstständige.