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Wirtschaft
12/05/2011

Biosprit: Bures-Nein zu E10-Einführung

Der Plan von Umweltminister Berlakovich, kommendes Jahr den Biospit E10 einzuführen, stößt auf heftigen Widerstand.

von Markus Stingl

In Deutschland wurde E10, also Benzin, dem zehn Prozent Bio-Ethanol beigemischt wird, zu Jahresbeginn eingeführt. Der Biosprit avancierte zum absoluten Ladenhüter, Autofahrer tanken lieber das teurere "normale" Benzin, als ihr Fahrzeug der Gefahr auszusetzen, durch E10 in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Manche Fahrzeugtypen, vor allem ältere Modelle, vertragen E10 tatsächlich nicht. Bei 90 Prozent der Autos sollte es aber laut deutschem Autofahrerclub ADAC zu keinen Schäden kommen. Trotz dieses Flops rückt der heimische Umweltminister Niki Berlakovich (VP) nicht davon ab, E10 im Herbst 2012 per Verordnung auch in Österreich einführen zu wollen. Im Fokus stehe die sofortige positive Wirkung für die heimische Klimabilanz und die Reduktion der Abhängigkeit von Erdölimporten.

Ein Chaos wie in Deutschland soll aber verhindert werden. "Ich will vorab Sicherheit und Vertrauen schaffen", sagt Berlakovich. Jeder Autofahrer soll wissen: Verträgt mein Auto E10, oder nicht. Deshalb werde es Informationen geben - beim jährlichen Pickerl, bei den Tankstellen, auf einer Internet-Plattform.

Die Begeisterung von Verkehrsministerin Doris Bures (SP) ist dennoch endenwollend. Die EU, die die Einführung von Biosprit forciert, stehe kurz vor einer Abänderung ihrer diesbezüglichen Ziele, da nach neuesten Erkenntnissen die Klimabilanz von Biosprit schlechter sei als bei herkömmlichen Sprit. Deshalb sagt Bures "definitiv Nein zur Einführung im Herbst 2012". Bevor Berlakovich eine höhere Beimischung verordne, müssten alle technischen Probleme gelöst sein.

Rückendeckung bekommt Bures vom ARBÖ und der Arbeiterkammer. Zumal die Klimawirksamkeit von E10 infrage stehe, sei die kolportierte steuerliche Begünstigung von E10 in Höhe von 160 Millionen Euro in Zeiten klammer Staatsbudgets unverantwortlich, sagt AK-Direktor Werner Muhm.

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