Wirtschaft
24.02.2015

Billiger Sprit drückt Inflation auf 0,6 Prozent

Die Teuerung ist auf dem tiefsten Stand seit Oktober 2009 angelangt.

Mit der Inflation geht es weiter bergab. Nach 1,0 Prozent im Dezember 2014 betrug sie im Jänner nur noch 0,6 Prozent. Das ist der niedrigste Teuerungswert seit Oktober 2009, gab die Statistik Austria am Dienstag bekannt. Verantwortlich dafür war vor allem ein weiterer Rückgang der Treibstoffpreise. Ohne der Preisreduktion bei Treibstoffen wäre die Inflation fast doppelt so hoch gewesen.

Die Preistreiber

Stark verteuert haben sich im Jahresvergleich die Strom-Gebühren (+43,5 Prozent). Teurer gegenüber Jänner 2014 wurden auch Zigaretten (+3,4 Prozent) und Wohnungsmieten (+5,2 Prozent) sowie Flug- und Buspauschalreisen (5,4 bzw. 18,1 Prozent). Stärkster Preistreiber war damit im Jahresvergleich die Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur". Zeitungen, Bücher und Schreibwaren kosteten um 4,2 Prozent mehr, Freizeit- und Kulturdienstleistungen stiegen um 2,6 Prozent.

Nahrungsmittel verteuerten sich im Schnitt leicht um 0,3 Prozent. Brot und Getreideerzeugnisse wurden um 1,6 Prozent teurer, Milch, Käse und Eier um 0,8 Prozent und Fleisch um 0,4 Prozent. Obst hingegen wurde um 1,1 Prozent billiger, Gemüse um 2,7 Prozent. Alkoholfreie Getränke verteuerten sich durchschnittlich um 3 Prozent.

Für Pensionistenhaushalte lag die Teuerung im Jänner mit 0,9 Prozent über der allgemeinen Inflationsrate (0,6 Prozent). Der Unterschied ist auf Preisanstiege im Bereich Gesundheitspflege zurückzuführen, die hier höher gewichtet sind als im allgemeinen Warenkorb.

Minus 0,6 Prozent in der Eurozone

In der Eurozone hat sich der Preisverfall im Jänner fortgesetzt. Nach Daten von Eurostat betrug die jährliche Inflationsrate im Euroraum im Vormonat minus 0,6 Prozent gegenüber minus 0,2 Prozent im Dezember. Dies ist der niedrigste Wert seit Juli 2009. Im Jänner 2014 hatte die Rate in der Eurozone noch plus 0,8 Prozent betragen. Die jährliche Inflationsrate der gesamten EU lag im Jänner bei minus 0,5 Prozent gegenüber minus 0,1 Prozent im Dezember. Ein Jahr zuvor hatte sie noch plus 0,9 Prozent betragen.

Am stärksten war die Deflation im Jänner in Griechenland (minus 2,8 Prozent) und Bulgarien (minus 2,3 Prozent). Ein Preisauftrieb wurde nur in fünf EU-Staaten verzeichnet. Neben Österreich waren dies Malta (0,8 Prozent), Rumänien (0,5 Prozent) sowie Schweden (0,4 Prozent) und Großbritannien (0,3 Prozent).

Der Preisverfall geht vor allem auf den Ölpreis zurück. Treibstoffe für Verkehrsmittel und Flüssigbrennstoffe wirkten neben dem Bereich Telekommunikation am stärksten preissenkend. Den stärksten Preisauftrieb verzeichneten Restaurants und Cafés sowie Mieten und Tabakwaren.