Wirtschaft 05.12.2011

Benko erhöht im Kampf um Kaufhof den Druck

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Der österreichische Investor macht sein Angebot mit einem Wachstumsprogramm für die deutsche Kaufhauskette schmackhaft.

Im Bietergefecht um die deutsche Kaufhauskette Kaufhof buhlt der österreichische Investor Rene Benko mit einem Wachstumsprogramm - und erhöht so den Druck auf den Rivalen Berggruen, berichtet die deutsche Wirtschaftswoche. "Die Geschwindigkeit hängt von der Metro ab", sagt Benko. "Wir sind sehr schnell und sind kurzfristig in der Lage, eine Entscheidung abzugeben. Am Ende des Tages müssen wir uns natürlich über den Preis einigen."

Zweifel an der Finanzierung des Milliardendeals versucht Benko zu zerstreuen. Das Investment könne mit bis zu 50 Prozent Eigenkapital unterlegt werden. Als Käufer würde die Aktiengesellschaft Signa Prime auftreten, an der auch Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking beteiligt ist. Sollte der Coup gelingen, will Benko "massiv in die Filialen investieren" und neue Standorte erschließen. "Es gibt immer noch den einen oder anderen weißen Fleck in Deutschland, vor allem interessiert uns aber auch die Expansion ins Ausland", so Benko zur Wirtschaftswoche.

Kontrastprogramm zur Konkurrenz

Benko will "massiv in die Filialen investieren" und neue Standorte erschließen.
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Mit seinen Ankündigungen setzt Benko ein Kontrastprogramm zum zweiten Bieter, dem deutsch-amerikanischen Investor Nicolas Berggruen. Dessen Pläne sollen laut einem mit "Project Zeus" betiteltem Papier eine Reduktion von bis zu 6.000 Arbeitsplätzen vorsehen, würden Karstadt und Kaufhof zusammengelegt. Die Kaufhof-Zentrale in Köln könnte geschlossen werden, mindestens 40 Filialen würden dem Szenario zufolge aufgegeben - vor allem auf Kaufhof-Seite.

Mit solchen Maßnahmen ließen sich pro Jahr laut der Zeus-Rechnung 150 bis 250 Millionen Euro zusätzliche Gewinne realisieren. Eine Entscheidung zugunsten Berggruens dürfte unter den Bedingungen auf den erbitterten Widerstand der Arbeitnehmervertreter treffen und Metro-intern kaum durchsetzbar sein, so das Magazin. Ein Sprecher Berggruens sagte, dass es sich beim Projekt Zeus nur um Überlegungen eines externen Beratungsunternehmens gehandelt habe. Das Papier sei "nicht Gegenstand konkreter Planungen" gewesen.

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Erstellt am 05.12.2011