Zuletzt war das Unternehmen als Fiat-Werkstätte tätig

© APA/dpa-Zentralbild

Insolvenz
12/15/2014

Bei Fliesen Leeb wackeln 30 Jobs

Grazer Betrieb hat 5,36 Millionen Euro Schulden, soll aber fortgeführt werden.

von Kid Möchel

Das Groß- und Einzelhandelsunternehmen Fliesen Leeb HandelsGmbH mit Sitz in Graz und Filialen in Klagenfurt, Wolfsberg und Brunn am Gebirge hat laut den Gläubigerschutzverbänden AKV und Creditreform ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung angemeldet. 30 Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen. Der Betrieb soll weitergeführt werden, die finanziellen Mittel für den Sanierungsplan (20 Prozent) soll ein Investor aufbringen.

Die Insolvenzursachen

Im Jahr 2008 wurde die Expansion durch die Eröffnung eines Standortes in Brunn am Gebirge, Niederösterreich, weiter forciert. 2010 kam dann der Standtort in Gerasdorf, Niederösterreich, dazu. „Um höhere Deckungsbeiträge zu erzielen, wurden schließlich vermehrt Eigenprodukte hergestellt und ins Sortiment aufgenommen“, heißt es im Insolvenzantrag.

Der Umsatz stieg 2011 auf sieben Millionen Euro. Zugleich war mit einem Sanitär-Großhandel eine Kooperation geplant, um an dessen 16 Standorten Fliesen auszustellen. Die Kooperation soll aber infolge eines Geschäftsführerwechsels beim Santitärgroßhändler im Frühjahr 2012 überraschend beendet worden sein. Folglich blieb der “erwartete Umsatzsprung aus“. Dann wurde Leeb auch noch von der konjukturellen Flaute erfasst. Im Jahr 2013 betrug der Umsatz nur noch 3,8 Millionen Euro, der Standort in Gerasdorf wurde geschlossen. Dazu kam, dass mehrere Großkunden in die Pleite schlitterten.

In der Folge wurden "kostensenkende Umstrukturierungsmaßnahmen" gesetzt, sprich das Personal von 46 auf 30 Mitarbeiter reduziert. Auch mit den Banken wurden Gespräche geführt, doch die Hausbank hat die Erweiterung des Kreditrahmens „überraschenderweise versagt“.

Das Vermögen

Die Aktiva haben einen Buchwert von 1,057 Millionen Euro, und einen Liquiditätswert von 620.000 Euro.

Die Schulden

Die Verbindlichkeiten betragen 5,36 Millionen Euro, davon entfallen 1,7 Millionen Euro auf Banken, 740.000 Euro auf Lieferanten, 630.000 Euro auf die Finanz und 183.000 Euro auf die Gebietskrankenkasse.

Die Zukunft

Das Unternehmen soll fortgeführt und ein Sanierungsplan abgeschlossen werden. „Zur Abdeckung eines allfälligen Liquiditätsbedarfs stehen Mittel von dritter Seite zur Verfügung“, heißt es im Antrag. Der Standort Brunn am Gebirge soll geschlossen werden.

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