Wirtschaft 01.03.2013

Bei Solar-Installationsfirma wackeln 35 Jobs

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Nach „Privatisierung“ steht die Euroteam Stadtwerke Braunau GmbH vor dem Aus.

Die Pleite der Euroteam Stadtwerke Braunau GmbH, die bis 2011 der Stadtgemeinde Judenburg (68 Prozent) und Mario T. (32 Prozent) gehörte, hat eine fragwürdige Vorgeschichte. Denn die neue Eigentümerin, die Industriebedarf GmbH, Holding-Gesellschaft der GIA-Gruppe, erhebt im Insolvenzantrag massive Vorwürfe gegen die Vorbesitzer.

Fakt ist aber: Das Unternehmen, das auf die Montage von Solar- und Photovoltaikanlagen spezialisiert ist, hat 2,35 Millionen Euro Schulden, aber nur 1,33 Millionen Euro Vermögen. „Der Betrieb steht vor der Schließung“, sagt Otto Zotter vom KSV1870. 35 Mitarbeiter sind davon betroffen.

Schwere Probleme

„Das Geschäftsjahr 2011 war - entgegen aller Prognosen und Hochrechnungen - von erheblichen Verlusten gekennzeichnet “, heißt es im Antrag. „Der von den Vorbesitzern aufgestellte Geschäftsplan für das zweite Halbjahr 2011 war übertrieben hoffnungsvoll und ging von sehr optimistischen Annahmen aus, die sich in der Realität als unrichtig herausstellten.“ Nachsatz: „Gründe dafür waren neben einem starken Umsatzrückgang im Bereich Photovoltaik vor allem die wesentlich höheren Personalkosten.“

Im Jahr 2010 soll das AMS im Rahmen von Bildungskarenz „erhebliche Lohnkosten übernommen haben“. „Dieser Einmaleffekt wegen der AMS-Gelder ist uns von den damaligen Vorbesitzern verschwiegen worden“, wird im Antrag behauptet. „Auch der Lagerbestand wurde uns von den Vorbesitzern anders geschildert, als er sich tatsächlich bei realistischer Betrachtungsweise darstellte. Der Wert des Lagers wurde weitaus überhöht dargestellt.“ Den Vorbesitzern wird vorgeworfen, dass sie „offensichtlich den defizitären Betrieb loswerden wollten“, die neuen Eigentümer hegen den Verdacht, dass sie den Betrieb „zu einem überhöhten Preis übernommen haben“. Dem Vernehmen nach wird das aber bestritten.

Eine Restrukturierung soll aufgrund der Personalstruktur mit langen Kündigungszeiten und hohen Abfertigungsansprüchen nicht realisierbar gewesen sein. Mit dem Insolvenzantrag wurde auch das Aus besiegelt. Laut Creditreform hat „die Geschäftsführung keinen Einwand gegen die Betriebsschließung“.

Das Vermögen

Laut Creditreform und KSV1870 werden die Aktiva mit 1,33 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 950.000 Euro auf zwei verpfändete Liegenschaften und 300.000 Euro auf offene Kundenforderungen.

Die Schulden

Die Verbindlichkeiten werden mit 2,35 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 1,33 Millionen Euro Banken und 900.000 Euro auf Lieferanten.

Erstellt am 01.03.2013