Bankomatgebüh­ren: Rewe kündigte Euronet-Verträge

Bankomat
Foto: KURIER/Franz Gruber Euronet verrechnet Kunden bei einer Behebung 1,95 Euro.

Euronet in Tourismusregionen stark vertreten. Wien mit 26 gebührenpflichtigen Geldautomaten an der Spitze.

Der US-amerikanische Bankomatbetreiber Euronet, der in Österreich derzeit die einzigen gebührenpflichtigen Geldautomaten betreibt, ist hierzulande in den Tourismuszentren überdurchschnittlich stark vertreten. Das zeigt eine Auflistung der bekannten Euronet-Standorte der Vergleichsplattform girokonto.at. Genauere Angaben waren von Euronet auf Anfrage zunächst noch nicht zu erhalten.

Rewe kündigte Vertrag

Kurz nach Bekanntwerden dieser zusätzlichen Kostenbelastung für die Kunden hat der Rewe-Konzern seinen Vertrag mit Euronet mit sofortiger Wirkung gekündigt. Euronet betreibt knapp 10 Prozent der rund 80 in Rewe-Märkten aufgestellten Bankomaten, hieß es auf APA-Anfrage. Laut der girokonto.at-Liste sind davon bei Rewe sechs Merkur-Filialen betroffen, eine in Wien, zwei in Niederösterreich, zwei im Burgenland und eine in Oberösterreich.

Warnhinweis

bankomat_euronet_gebuehr.jpg Foto: Girokonto.at Einen Warnhinweis, dass bei der Behebung auch Spesen anfallen, findet man nicht direkt am Bankomaten selbst, auch nicht am Beginn der Transaktion, sondern erst beim letzten Abwicklungsschritt vor der Bestätigung der Behebung am Display des Gerätes.

Dort heißt es in vergleichsweise kleiner Schrift im unteren Teil des Displays in Versalien: "Der Eigentümer diese Terminals, Euronet 360 Limited, wird dem Karteninhaber für die gewählte Transaktion eine Gebühr von EUR 1.95 berechnen. Diese Gebühr wird zusätzlich zu den eventuell anfallenden Gebühren die Ihr kartenausgebendes Kreditinstitut veranschlagt, berechnet. Wenn Sie mit der Gebührenerhebung einverstanden sind und Fortfahren möchten, drücken Sie bitte 'Annehmen'. Wenn Sie keine Gebühr bezahlen und diese Transaktion abbrechen möchten, drücken Sie bitte 'Abbruch' auf dem Bedienfeld".

Standorte

Gebührenpflichtige Euronet-Bankomaten Foto: APA Die Auflistung der österreichweit bekannten Standorte der Euronet-Bankomaten zeigt eine eindeutige Konzentration auf die heimischen Tourismushochburgen in Wien, Salzburg und Tirol. Allein in Wien sind 26 Standorte bekannt, in Salzburg 18 und in Tirol 15. In Vorarlberg, Kärnten oder Oberösterreich ist es dagegen nur jeweils ein Standort, aber auch diese befinden sich in den Tourismuszentren, konkret in Zürs am Arlberg, Bad Kleinkirchheim und Gmunden.

In Wien befinden sich die meisten Standorte in und um den 1. Bezirk, etwa am Stephansplatz, in den drei Hilton-Hotels oder dem Hotel Intercontinental sowie auf der Mariahilfer Straße (3). Am Flughafen Wien-Schwechat in Niederösterreich sind zumindest drei Euronet-Bankomaten in Betrieb. In Niederösterreich (5 Standorte), dem Burgenland (2) und Oberösterreich (1) werden nur Standorte in Merkur-Filialen betrieben. Diese sollten jetzt nach der Vertragskündigung durch Rewe wegfallen.

Von den vier Standorten in der Steiermark befinden sich zwei in Graz (eine davon am Jakominiplatz), sowie in Stadl-Preglitz auf der Turracher Höhe und im Skiort Schladming.

Die 18 Salzburger Euronet-Bankomaten stehen in der Stadt Salzburg (2), in Obertauern (3), Wald im Pinzgau (2), Saalbach-Hinterglemm (3), Zell am See (3), Bad Gastein und Dorfgastein (jeweils 2) sowie in Kaprun (1).

In Tirol, wo 15 Euronet-Standorte bekannt sind, befinden sich fünf im Ötztal (vier in der Wintersporthochburg Sölden, einer in Obergurgl), zwei am Arlberg (einer in St. Anton und St. Christoph am Arlberg), zwei in Ischgl (Paznauntal), drei im Zillertal (Kaltenbach, Rohrberg, Mayerhofen), einer in Hintertux, einer auf der Mutterbergalm im Stubaital und einer in Serfaus.

Zur OTS-Aussendung: "Wechselkursfalle" am Geldautomaten

(APA / sho) Erstellt am
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