© Thomas Schwantzer/KURIER

Krisenbank
10/30/2014

Banklizenz erloschen: Hypo Alpe Adria ist Geschichte

Abbaubank legt Lizenz zurück – Verkauf der Balkantöchter bringt 200 Mio. Euro. Keine Jobgarantien.

von Hermann Sileitsch-Parzer

Die Skandalbank Hypo Alpe Adria ist Geschichte. Ihr teures Erbe wird aber noch viele Jahre überdauern: Am Donnerstag wurde bei der Finanzmarktaufsicht die Bankkonzession zurückgelegt und für die Abwicklung die „Heta Asset Resolution“ eingerichtet (Heta für den griechischen Buchstaben H). Dort werden 17,8 Milliarden Euro an faulen Krediten geparkt. Das erhöht Österreichs Staatsschuldenberg – je mehr die Verwertung künftig einbringt, umso stärker reduziert sich dieser wieder.

Die Österreich-Bank war schon Ende 2013 an den Inder Sanjeev Kanoria verkauft worden und firmiert als Austrian Anadi Bank.

Hypotopia-Protestmarsch in Wien

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The arts project titled "Hypotopia", created by st

Milliardenstadt, Projekt, Modell, Karlsplatz, Karl…

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Advent ist da

Für die Balkantöchter – 5 Länder, 245 Filialen, 3900 Mitarbeiter und 8,4 Mrd. Euro Bilanzs umme – gibt es nun auch einen Käufer: Unterschrieben ist nichts, aber die Eckpunkte mit dem US-Investor Advent (Boston) stehen. Dieser soll 200 Mio. Euro auf den Tisch legen und garantieren, dass 2,2 Mrd. Euro Kredite, die aus Österreich in die osteuropäischen Hypo-Töchter gesteckt wurden, wieder zurückgezahlt werden.

Advent ist kein Unbekannter: Der global tätige Investor verwaltet 32 Milliarden Dollar Vermögen in etlichen Branchen – am bekanntesten die Douglas Parfümerien und Thalia Buchhandel.

Geplant ist, dass sich auch die erfahrene Wiederaufbaubank EBRD, die 61 Ländern und der EU gehört, beteiligt – dem Vernehmen nach mit 5 bis 7 Prozent. Advent hat zugesichert, dass die Hypo-Banken nicht zugesperrt werden. Eine Beschäftigungsgarantie für alle Mitarbeiter und den Verbleib der Zentrale in Kärnten dürfte es nicht geben. Advent sieht es aber angeblich als Vorteil, die Banklizenz in Österreich zu halten.

Torpedieren könnten den Deal die Bayern, die der Hypo und Österreich in einer Prozessflut gegenüberstehen – etwa im Streit um milliardenschwere Darlehen und den Schuldenschnitt. Das Problem: Die einstige Hypo-Mutter BayernLB muss bis Ende November ihren Sanktus für den Verkauf und die Bad Bank geben. Die Deutschen könnten auf Zeit spielen. In Wien sieht man das Säbelrasseln von Bayerns Finanzminister (siehe unten) aber gelassen. „Wenn die Bayern ihr Geld, das noch in der Hypo steckt, wiedersehen wollen, werden sie vernünftigerweise zustimmen“, sagt ein Kenner der Materie. Bis Mitte 2015 muss der Verkauf erledigt sein, sonst müsste laut EU-Vorgabe auch das Balkan-Netz abgewickelt werden. Österreichs Schulden wären noch viel höher.

Vom Steuerzahler

Vom Bankenhilfspaket, das jüngst von 15 auf 22 Mrd. Euro aufgestockt wurde, sind 13 Mrd. ausgeschöpft. Davon sind 8,7 Mrd. Kapitalbeteiligungen und der Rest Haftungen. In die Hypo haben die Steuerzahler bisher 4,35 Mrd. Euro Kapital gesteckt.

BayernLB fühlt sich für den Kampf gestärkt

Nach dem Verkauf eines milliardenschweren Pakets mit komplexen Hypothekenpapieren kann die BayernLB nicht nur rund 1,1 Mrd. Euro an Hilfen vorzeitig an den Freistaat Bayern zurückzahlen. Die Bank fühlt sich jetzt auch gut für die juristischen Auseinandersetzung mit ihrer ehemaligen Tochter Hypo gestärkt. Man habe jetzt mehr „Luft und Kraft und Durchhaltevermögen“ für die in München und Wien laufenden Prozesse, sagte Bayerns Finanzminister Markus Söder.

In der Auseinandersetzung werde die österreichische Seite „langsam nervös“, so Söder. Das spüre man in dem Verfahren vor dem Landgericht München, in dem es um die Rückzahlung von Darlehen in Milliardenhöhe geht. Hier habe die österreichische Seite Befangenheitsanträge gegen das Gericht eingebracht. Das sei gemeinhin „nicht das stärkste juristische Argument“, sondern „die letzte Show-Methode“.

Alexander Picker nimmt den Hut

Alexander Picker ist seit Donnerstag nicht mehr Vorstandschef der Hypo Alpe Adria. Er bleibt jedoch weiter Chef der Südosteuropaholding.

Der gebürtige Salzburger startet seine Bankerkarriere 1989 bei der UniCredit Bank Austria in Wien und war die vergangenen 17 Jahre in den Vorständen verschiedener Banken, auch in Osteuropa (Polen, Russland). Vorstandchef war Picker von 2004 bis 2007 bei der UniCredit Bank in Serbien, dann ging es nach Kasachstan.

Nach der CEO-Tätigkeit bei der ATF Bank kam der 51 Jahre alte gebürtige Salzburger, der russisch, polnisch und serbokroatisch spricht, zur Hypo Alpe Adria. Von Februar 2011 bis März 2012 leitete der verheiratete Vater dreier Kinder die Hypo-Slowenientochter, danach die Bosnientochter. Ende 2013 wurde Picker offiziell zum Nachfolger des vormaligen Bank-Chefs Gottwald Kranebitter gekürt.

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