Wirtschaft
28.03.2012

Bank Austria: Gewinn trotz Turbulenzen

Trotz hoher Abschreibungen und Wertberichtigungen brachte es die Tochter der UniCredit auf einen Nettogewinn von 209 Mio. Euro.

500 Millionen Euro oder 70 Prozent weniger Gewinn als 2010, aber immerhin: Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2011 verzeichnet die Bank Austria einen Nettogewinn von 209 Millionen Euro. Und dies trotz Wertkorrekturen für griechische Anleihen über fast 400 Millionen, der Bankensteuer, die mit 100 Millionen zu Buche schlägt, und Abschreibungen für die Tochterbanken in der Ukraine und Kasachstan in Höhe von fast 740 Millionen Euro.
Der bayerischen Schwester HypoVereinsbank (HVB), bei der das Investmentban­king gebündelt ist, haben vor allem die Börsen-Turbulenzen die Bilanz verhagelt. Der Überschuss ist dort um 44 Prozent auf 971 Millionen Euro eingebrochen.

Die HVB überweist dennoch eine Milliarde Euro als Dividende nach Mailand zum Mutterkonzern UniCredit, der am Dienstag einen gigantischen Verlust von mehr als neun Milliarden Euro verkünden musste. Aus der Bank Austria dürfte es hingegen zum vierten Mal in Folge keine Dividende für die Italiener geben.

Beim Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr blieb Bank-Austria-Chef Willi Cernko relativ vage, sprach viel von nötiger Kosteneffizienz und bereits erreichter Kapitalvorschriften – ohne jedoch eine Ergebnisprognose abzugeben.

Stark macht sich Cernko für eine Gleichbehandlung von Aktionären und Genossenschaftern bei Nachschusspflichten im Falle künftiger Bank-Pleiten. Die „ständige Forderung nach Solidarität“ sei unfair. „Das haben wir jetzt schon drei Mal gehört“, sagte Cernko in Anspielung auf Kärntner Hypo, Kommunalkredit und ÖVAG.

Osteuropa

Im Ostgeschäft, das 70 Prozent des Bank-Austria-Gruppengewinnes ausmacht, stieg das Ergebnis um 28 Prozent. Die wichtigsten Auslandsmärkte sind mit Abstand Türkei und Russland, wo zwei Drittel des Vorsteuergewinns erzielt werden. Dahinter folgen Kroatien und Bulgarien bereits mit gehörigem Abstand. Mit Verlust haben von 14 Auslandstöchtern nur Kasachstan und das Baltikum abgeschlossen. Diese Töchter gelten als Verkaufsobjekte. Cernko will sich „alle Optionen offen halten“.

Insgesamt meinte der Banker: „Nicht ohne Stolz können wir vier Jahre nach derLehman-Krise sagen, dass wir die einzige Großbank des Landes sind, die auf Jahresbasis weder Verluste geschrieben hat noch Staatshilfe in Anspruch nehmen musste.“

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