Über 1100 Arbeiter verloren beim Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch im April ihr Leben.

© APA/ABIR ABDULLAH

Bangladesch
04/18/2014

Entschädigungszahlung via Handy

Weil viele Opfer des Fabriksunglücks kein Konto haben, kommt die Entschädigung via Telefon.

Knapp ein Jahr ist es her, dass das achtstöckige Gebäude Rana Plaza nahe der bengalischen Hauptstadt Dhaka eingestürzt ist. Fünf Textilwerkstätten produzierten in dem Haus für 29 Marken. Beim Einsturz wurden 1135 Menschen getötet und mehr als 1500 verletzt (mehr dazu...).

Im Dezember des Vorjahres wurde für die Geschädigten ein Entschädigungsfonds mit einem Gesamtumfang von 40 Millionen Dollar (29 Millionen Euro) aufgelegt. Bis heute ist der Topf zwar noch nicht einmal zur Hälfte gefüllt, dennoch laufen die Entschädigungszahlungen langsam an. Eine erste Tranche von 465 Euro erhielten viele der Opfer bereits, das meiste Geld soll noch folgen.

Da die Mehrheit der Menschen in dem Entwicklungsland kein Bankkonto besitzt, aber ein Handy, kommt die Enschädigung übers Telefon. Die Betroffenen erhalten eine SMS mit einer Nummer. Damit können sie sich in einem von 70.000 Geschäften oder Kiosken, die mit dem Unternehmen bKash zusammenarbeiten, Bargeld auszahlen lassen. "Das System funktioniert also auch draußen auf dem Land, wo es weit und breit keine Bank gibt", sagt Magnus Schmid von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Bangladesch ist mit einem Umsatz von 22 Milliarden Dollar nach China der zweitgrößte Textilhersteller der Welt. Vier Millionen Menschen, zumeist Frauen, arbeiten in dem südasiatischen Land in der Branche.

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