Renate Römer wird abgelöst

© APA/HANS KLAUS TECHT

Allgemeine Unfallversicherungsanstalt
10/30/2014

AUVA-Obfrau Renate Römer räumt ihren Platz

Römer war zuletzt mit heftigen Vorwürfen konfrontiert. Nun sucht sie bei den EuroSkills ihr Glück.

Die Vorwürfe gegen Renate Römer, von denen der KURIER bereits vor Monaten berichtete (mehr dazu hier), waren letztlich wohl zu schwerwiegend: Die Obfrau der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) nimmt den Hut.

Umstrittene Auftragsvergabe

In einem Prüfbericht des Gesundheitsministeriums war Römer vorgeworfen worden, ihren Lebensgefährten beauftragt zu haben, die Neuausschreibung von zwei Zeitschriften der Unfallversicherung zu begleiten. Auf einer ersten Rechnung für eine Analyse des Beraters finde sich der Vermerk: "Auftrag mündlich von Frau Obmann erteilt." Da die rechtliche Legitimation für die Freigabe fehle, empfahlen die Prüfer, Rückforderungsansprüche an Römer zu prüfen. Auch die überzogenen Kosten für das Offert wurden von den Prüfern vermerkt. Bei anderen Aufträgen sei ebenfalls auf eine Ausschreibung verzichtet worden.

Das alles habe aber nichts damit zu tun, wurde am Donnerstag betont, dass Römer nun die Fronten wechselt. Sie wird mit 1. November Sonderbeauftragte der Wirtschaftskammer Österreich für die Berufsmeisterschaften ("EuroSkills", "WorldSkills"), bei denen Österreich auch heuer wieder als Sieger hervorging (mehr dazu hier).

Römer selbst bestätigte ihren Abgang. Sie wolle sich der neuen Aufgabe "mit meiner ganzen Kraft" widmen und habe WKÖ-Präsident Christoph Leitl daher gebeten, "mich von meinen bisherigen Aufgaben zu entbinden". Dies betrifft neben dem AUVA-Job auch ihre Position als Vizepräsidentin der WKÖ. Ihr Ziel sei es, mit EuroSkills "die Erfolge unseres Teams noch sichtbarer zu machen und damit die Attraktivität der Lehrberufe insgesamt zu steigern", sagte Römer. Ihren neuen Job, wurde dem KURIER seitens der Kammer bestätigt, wird Römer ehrenamtlich, "ohne Bezahlung oder Funktionsentschädigung durch die Wirtschaftskammer", ausüben.

"Kein schlechtes Gewissen"

Römer stand der AUVA ab 2009 vor, 2011 wurde sie für weitere fünf Jahre wiedergewählt. Die jüngsten Vorwürfe hatte sie stets als "unberechtigt" zurückgewiesen. Auch Leitl hielt am Donnerstag fest, dass "klargestellt wurde, dass rechtlich alles in jeder Hinsicht korrekt" abgelaufen sei. Es gebe keinerlei Zusammenhänge zwischen Römers Abgang und den Vorwürfen, ergo sei auch "schlechtes Gewissen" sicherlich nicht der Grund. An der AUVA sei "nächstes Jahr eh ein Wechsel" angestanden, der werde nun eben früher vollzogen.

Römer bleibt noch bis 25. November "formell" im Amt, ihre Nachfolge an diesem Tag bei einer Vorstandssitzung geklärt werden. Vom Prozedere her braucht der Vorstand nach dem Ausscheiden Römers ein neues Mitglied und wählt dann aus seinem Kreis einen Obmann. Für die Entsendung ist die Wirtschaftskammer zuständig.

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