Wirtschaft
10.08.2017

Autobauer könnten auch bei Lärmwerten tricksen

Deutscher TV-Bericht: Mehr Geräusche über 50 km/h.

Autos und Motorräder halten auch Lärm-Grenzwerte nicht ein. Wie das ARD-Magazin Plusminus am Mittwochabend berichtete, weichen die Werte des offiziellen Messverfahrens teils erheblich vom tatsächlichen Lärm auf der Straße ab. Bei der Zulassung werde auf die Geräuschentwicklung bei 50 km/h geachtet. Über diesem Wert sei die Emission um ein Vielfaches lauter.

Der Leiter der Verkehrspolizeidirektion Mannheim, Dieter Schäfer, meldete dem Bericht zufolge beim Kraftfahrtbundesamt Verstöße gegen den Grenzwert einiger Fahrzeuge. Er fordert eine rasche Nachprüfung zugelassener Fahrzeuge. Es könne nicht sein, "dass etwas am grünen Tisch serienmäßig genehmigt wird", das im Realbetrieb dann großen Lärm verursache, sagte Schäfer. Manches Motorrad könne erkennen, dass es in einer Prüfungssituation sei und mache dann die Auspuffklappe zu, ergänzte Holger Siegel von der Umweltschutzorganisation BUND.

Weniger Diesel in Österreich

Indes geht in Österreich der Anteil der Dieselautos bei Pkw-Neuzulassungen weiter zurück. Lag er in den ersten sieben Monaten des Vorjahres noch bei 57,6 Prozent, so waren es heuer nur noch 51,0 Prozent, im Juli sogar nur 50,2 Prozent (Vorjahreswert 56,5 Prozent). Insgesamt legten die Neuzulassungen um 7,9 Prozent auf 214.292 Stück zu.

Die Neuzulassungen von E-Autos stiegen um 121,4 Prozent, ihr Anteil lag bei 1,8 Prozent. Auch wenn E-Autos damit immer noch die Ausnahme sind, ist Österreich laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) gemeinsam mit den Niederlanden EU-Spitzenreiter. Der EU-Schnitt lag bei 0,6 Prozent.