Am Land wird mehr für Ernährung und Wohnen ausgebeben - das liegt an der Haushaltsgröße.

© APA/BARBARA GINDL

Statistik Austria
10/18/2016

Ausgaben der Haushalte: Stadt und Land sind anders

Kfz-Dichte und damit Ausgaben in ländlichen Gebieten deutlich größer. Städter geben mehr für Unterhaltung und Freizeit aus.

Die Haushaltsausgaben in Stadt und Land sind annähernd gleich hoch. Das hat eine Erhebung der Statistik Austria ergeben. Demnach reichen die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben von 1.920 Euro in Gemeinden mit mehr als 100.000 Einwohnern bis zu 1.990 Euro in ländlichen Regionen. Der Österreichschnitt liegt bei 1.970 Euro pro Monat.

Großer Unterschied bei Besitz von Autos

Innerhalb der Ausgabenstruktur zeigen sich im Bereich "Verkehr" die deutlichsten Unterschiede zwischen Haushalten in kleinen und großen Gemeinden. Nicht zuletzt aufgrund der höheren Kfz-Dichte geben Haushalte in ländlichen Gegenden mit 545 Euro etwa doppelt so viel für Anschaffung, Erhalt und Versicherung ihrer Fahrzeuge aus als Haushalte in Wien (270 Euro). Umgekehrt sind die Aufwendungen in der Gruppe "Öffentlicher Verkehr" mit durchschnittlich 41 Euro pro Monat bei den Wiener Haushalten am höchsten.

Nachvollziehbar wird das bei Betrachtung der Ausstattung der Haushalte mit Kraftfahrzeugen: So verfügen zwar 89 Prozent der Haushalte in kleinen Gemeinden, jedoch nur etwas mehr als die Hälfte der Wiener Haushalte über zumindest ein Fahrzeug. Im Schnitt gibt es in ländlichen Gebieten 1,37 Pkw pro Haushalt, in Wien hingegen nur 0,66 Pkw.

Ferner weisen Haushalte in ländlichen Regionen höhere Ausgaben für Ernährung und Wohnen auf, was vor allem auf unterschiedliche Haushalts- bzw. Wohnungsgrößen zurückzuführen ist. So leben in kleinen Gemeinden im Schnitt 2,41 Personen in rund 120 Quadratmeter großen Wohnungen bzw. Häusern, in Wien hingegen sind es durchschnittlich 1,95 Personen auf rund 74 Quadratmetern.

Städter geben mehr für Unterhaltung und Freizeit aus

Auf der anderen Seite sind die Ausgaben in den Städten für "Freizeit, Sport und Hobby" größer. Ebenfalls deutlich höhere Aufwendungen werden für Unterhaltungselektronik getätigt.

Wenig überraschende Ergebnisse bringt eine weitere Statistik Austria-Erhebung, nämlich dass mit zunehmender Anzahl der Personen im Haushalt die Ausgaben steigen, während die (gewichteten) Pro-Kopf-Ausgaben sinken. Große Haushalte mit fünf oder mehr Personen geben pro Kopf um 22 Prozent weniger aus als Einpersonenhaushalte.

Männer kaufen Elektronik, Frauen Pflegeprodukte

Ein Vergleich der Ausgabenstruktur männlicher und weiblicher Einpersonenhaushalte bestätigt traditionelle Geschlechterklischees: Alleinlebende Männer verwenden mehr Geld für Restaurant- oder Kaffeehausbesuche (83 Prozent) und mehr als doppelt so viel für Unterhaltungselektronik und EDV (124 Prozent), die Anschaffung und Wartung von Fahrzeugen (105 Prozent) sowie alkoholische Getränke und Tabakwaren (102 Prozent) als alleinlebende Frauen.

Im Vergleich dazu wenden Frauen in Einpersonenhaushalten deutlich mehr für Körper- und Schönheitspflege (182 Prozent), Gesundheit (54 Prozent), Sport- und Freizeitartikel (48 Prozent) sowie Bekleidung (43 Prozent) als Männer auf.

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