Derzeit liegen die KV-Verhandlungen bei der AUA auf Eis.

© APA/ROBERT JAEGER

Austrian Airlines
06/13/2014

"Wenn wir fallen, fallen auch die Lufthansa-Piloten"

Der AUA-Betriebsrat mahnt den Vorstand zur raschen Wiederaufnahme der KV-Verhandlungen

Neue Offensive des Betriebsrates im Streit um einen neuen Kollektivvertrag für die Piloten und Flugbegleiter der Austrian Airlines (AUA): Das fliegende Personal sei zu weitreichenden Einsparungen bereit, wenn auch die gesamte AUA einen Beitrag leistet, sagte Bord-Betriebsratschef Karl Minhard am Freitag.

Gestärkt sieht sich Minhard durch die zu erwartende EuGH-Entscheidung, wonach der vom Vorstand vor zwei Jahren gekündigte KV für das Bordpersonal noch nachwirke. "Der Trick, das Arbeitsrecht auszuhebeln, ist gescheitert", so Minhard. Es sei ein Fehler, dass der Vorstand die Verhandlungen zuletzt abgebrochen habe. Derzeit wird also nicht verhandelt.

Minhard warnte AUA-Vorstand Jaan Albrecht davor, sich auf juristische Abenteuer einzulassen. Die AUA dürfe kein Spielball von Konzerninteressen werden. "Wir sind der Testfall für die Lufthansa, wenn wir fallen, fallen auch die Lufthansa-Piloten und –Flugbegleiter.“

Die Basis für die neuen KV-Verhandlungen sollen die alten AUA-und Tyrolean-Kollektivverträge vom Mai 2012 bilden. Laut Minhard sei das fliegende Personal der AUA zu weitreichenden Änderungen und Einsparungen bereit. Diese Einsparungen würden jene des behaupteten Betriebsübergangs sogar übersteigen. Minhard sprach von Einsparungen im Ausmaß von 20 bis 25 Prozent im Vergleich zum alten KV.

Externe Berater sollen weg

Im Gegenzug wird erwartet, dass die Verhandlungen unter Einbeziehung der Sozialpartnerschaft sofort beginnen und sich die externen Berater zurückziehen. Weiters wird die Rückzahlung aller nach 2012 ausbezahlten Boni für die "'Macher' der juristisch und wirtschaftlichen Fehlkonstruktion Betriebsübergang" verlangt. Wie hoch diese Boni seien, wisse er nicht, da der Vorstand seine Gehälter über eine externe Firma abrechne. "Wahrscheinlich sind sie überbezahlt", so Minhard.

Der Vorstand habe in den letzten Jahren über 20 Millionen Euro für Berater ausgegeben, weiters seien mehr als 20 Millionen Euro für die Aufrechterhaltung des Flugbetriebes angefallen, weil es zu wenig Personal und zu wenig motiviertes Personal gebe. Damit die AUA nicht an die Wand gefahren werde, sei nun ein "Plan B" zu entwickeln – schließlich gehe es auch um den Wirtschaftsstandort Österreich.

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