Wirtschaft
28.03.2012

AUA: 45 Piloten zum Abflug bereit

45 Piloten sollen bei der AUA-Personalabteilung um ihre Abfertigung angesucht haben. Der KV-Streit geht indes weiter.

Damit hätte man bei der Austrian Airlines nicht gerechnet – zumindest nicht mit einer derart hohen Zahl: Bereits 45 AUA-Piloten haben angekündigt, freiwillig die Airline zu verlassen – sechs davon krankheitsbedingt. Die betroffenen Piloten hätten bei der Personalabteilung bereits um ihre Abfertigung angesucht, berichtet der Standard in seiner Mittwochausgabe. Nun werde über einvernehmliche Lösungen im Vorfeld des noch immer geplanten Betriebsübergangs auf Tyrolean gesprochen.

Standardisierte Abfertigungsangebote für die Abgänger gebe es nicht. Im Standard ist von einer Sonderabfertigung im Zuge des Betriebsübergangs (bei KV-alt bis zu 39 Monatsentgelte, das sind bis zu 500.000 Euro) abzüglich des bis 2015 laufenden fünfprozentigen Gehaltsverzichts die Rede. Dazu bekämen Ausscheidende ein Jahr lang Stand-by-Tickets und Gratis-Flugscheine für maximal vier Personen, bei denen nur die Gebühren fällig würden. Zudem alle fünf Jahre ein fix gebuchtes Jubiläumsticket, das zwei Jahre lang gültig sei.

Der AUA-Konzern bremst laut der Zeitung allerdings. Man wolle "taktisch die Luft rauslassen, damit nicht beim Betriebsübergang im Juli die erwarteten 200 Abgänge auf einmal kommen", wird ein Insider zitiert. Dazu wird auf "Überkapazitäten" bei Tyrolean verwiesen.

Konzern-KV

Bei der AUA wird ein Konzern-Kollektivvertrag angestrebt. Darüber müssen nun die Betriebsräte in ihren Gremien abstimmen. Ab Mittwoch soll verhandelt werden. Bis zu einer definitiven Einigung sind allerdings noch Stolpersteine aus dem Weg zu räumen.

Abgesehen von der unterschiedlichen Kultur von AUA und Tyrolean hätten beide auch ganz unterschiedliche "Selektionen" - Auswahlverfahren, die zum Fliegen berechtigen. Das Auswahlverfahren der AUA gilt als strenger als das der Tyrolean. Demnach könnte es so sein, dass bei einem Konzern-KV die Tyrolean-Piloten zuerst eine Selektion durchlaufen müssten, ehe sie gemeinsam mit den AUA-Leuten fliegen dürfen.

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