© HELEN SLOAN

Tom Wlaschiha im Interview
04/01/2013

Was Shakespeare und "Game of Thrones" gemeinsam haben

Am Montag startet die dritte Staffel auf Sky Go. Serienstar Tom Wlaschiha im Interview.

von Barbara Mader

Schiller, Shakespaere, Game Of Thrones ... irgendwie alles das Gleiche: Tom Wlaschiha, 39- Jähriger Berliner, spielt in der kultigen Fantasy-Serie "Game of Thrones" den geheimnisvollen Auftragskiller Jaqen H'ghar. Wlaschiha kommt vom Theater, hat Klassiker wie Schiller und Shakespaere gespielt. Er findet dabei viele Parallelen:

KURIER: Sehen Sie Gemeinsamkeiten zwischen Shakespeare und Game of Thrones?
Tom Wlaschiha: Klar, das ist im Prinzip das Gleiche: Sex, Crime, Intrigen, große Besetzung.

Verraten Sie doch bitte, Wie man ihre Figur Jaqen H'ghar ausspricht.
Ja, das wussten die Produzenten auch nicht so recht, er ist ja ein Fremder. Vor dem Dreh haben sie das mir überlassen. Ich würde sagen: „Tschagin chagar“.

Was ist das eigentlich für ein Typ? Woher kommt der?
Das wollen alle wissen. Ist sehr verworren. Alles, was man von ihm weiß, ist: er kommt aus Braavos, das ist eine Insel bei Westeros. Er gehört zur Sekte der Faceless Men. (Die Redakteurin lacht) Das ist nicht lustig! (Wlaschiha lacht selber) ... die also andere Identitäten annehmen können...

Interviewerin und Interviewer prusten wieder los. Die Erzählung von fremden Welten und Menschen ohne Gesicht wirkt in diesem Hotelzimmer auf der Wiedner Hauptstraße irgendwie grotesk. Nachdem sich der Schauspieler, die Redakteurin und die anwesenden PR-Leute wieder beruhigt haben, kann das Interview weitergehen.

Ihrer Rolle kommt zupass, dass sie einen leichten deutschen Akzent haben.
Ich weiß nicht, ob das der Rolle zupass kommt, den hab ich einfach.

Wurden Sie auch deshalb ausgesucht?
Nein, aber es war schon klar, dass die Figur, die ich spiele, einen Akzent haben muss, weil sie ja von einem anderen Kontinent kommt. Da haben wir Verschiedenes ausprobiert und dann haben die Produzenten zu mir gesagt, ich soll so reden, wie ich eben rede. Ich habe einen deutschen Akzent.

Ist das ein Problem? Haben Sie Angst, auf ein Klischee festgelegt zu werden?
Naja, klar muss man aufpassen, dass man nicht nur Zweiter Weltkrieg spielt. Aber die Gefahr ist nicht mehr so groß, weil das ganze Filmgeschäft immer internationaler wird, und es muss auch nicht immer erklärt werden, warum jemand einen deutschen Akzent hat. Wenn Sie hier auf die Straße gehen, dann haben fünf von zehn Leuten bestimmt einen Akzent. Und das ist gut so.

Wie sind Sie denn zu dieser Rolle gekommen?
Die Produktion wurde in England gecastet. Ich bin seit Jahren bei einer Agentur in London, und da kam eben diese Anfrage. Ich war zu der Zeit in Berlin und habe ein so genanntes E-Casting gemacht. Also einfach einen kleinen Film selber aufgenommen und hingeschickt.

Haben Sie den zufällig dabei?
(Er zeigt ein Video auf dem Handy. Steht vor einer weißen Wand, eine Freundin ist Stichwortgeberin).
Das ist relativ unspektakulär: Ich hab mich zu Hause vor meine Tapete gestellt. Hab nur eine Szene gespielt, ich kannte Game of Thrones nicht, und dachte: Was is'n das für ein Zeugs? Ein Typ, der von sich selbst in der dritten Person spricht? Ich hatte auch keine Hintergrundinfos und hab das dann so gefühlsmäßig gemacht. Eine Freundin von mir hat das Ding hingehalten und das war's.

Das Handy sicherte die erste Castingrunde. Die zweite war dann doch persönlich?
Ja, da war ich dann sehr nervös, weil ich wusste, worum es ging.

Worauf führen Sie den Fantasy-Boom in Film und Fernsehen zurück?
Das hat schon was damit zu tun, dass man sich wo hineinträumen kann. Meine Cousine um Beispiel, die fährt jeden Monat zu Mittelaltermeetings und zieht sich ein Kleid aus Nesselstoff an und spielt Kräuterweib. Also die Leute mögen das. Märchen für Erwachsene.

Sie stammen aus der ehemaligen DDR. Träumten Sie von Hollywood?
Also von Hollywood hab ich nicht geträumt. Ich wollte erst einmal auf der Bühne stehen. Wo, war mir völlig egal.

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