ARD/rbb TATORT: MACHTLOS, Regie und Drehbuch Klaus Krämer, am Sonntag (06.01.13) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Der Kindesentführer Uwe Braun (Edgar Selge) im Vernehmungsraum. © rbb/Hardy Spitz, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter rbb-Sendung bei Nennung "Bild: rbb/Hardy Spitz" (S2). rbb Presse & Information, Masurenallee 8-14, 14057 Berlin, Tel: 030/97 99 3-12118 oder -12116, pressefoto@rbb-online.de

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Tatort
01/03/2013

Vom Leben so erniedrigt, dass man ein Verbrechen begeht

Die Kripo Berlin macht sich auf die Jagd nach einem Kindesentführer.

von Alexandra Seibel

Diesmal ist Edgar Selge der Böse. Ein Kindesentführer, der droht, seine kleine Geisel umzubringen, wenn er nicht das geforderte Lösegeld erhält. Wo? Im „Tatort: Machtlos“, der kommenden Sonntag (20.15, ARD) ein brisantes Thema aufgreift.

Brisant deshalb, weil er wichtige Fragen stellt: Hat die Polizei das Recht, einen Entführer zu verprügeln, um an Informationen zu gelangen?

„Ja, ,Machtlos‘ ist ein sehr heikler Stoff“, sagt Edgar Selge, profilierter Theater-, Film- und TV-Schauspieler („Polizeiruf“) im KURIER-Interview. Heikel schon deswegen, „weil es die Metzler-Entführung gegeben hat.“

Die „ Metzler“-Entführung – das war jener tragische Fall, bei dem der elfjährige Jakob von Metzler im Jahr 2002 entführt und dann ermordet wurde. Damals drohte die Polizei dem Entführer Gewalt an, in der Hoffnung, das Kind zu retten. Und entfesselte eine Diskussion darüber, ob Folter in Ausnahmesituationen erlaubt sei.

„Darum geht es im ,Tatort‘ natürlich auch“, sagt Selge und hält mit seiner Meinung dazu nicht hinter dem Berg: „Wenn man da eine winzige Tür öffnen würde, würden wir in einem Polizeistaat leben. Das geht ganz schnell.“

Verbrechen

Sich in die Psyche des Kindesentführers hineinzuversetzen, fiel Selge nicht weiter schwer: „Ich kann mir vorstellen, dass man von seinem Leben so erniedrigt wird und dass man so darunter leidet, was der Misserfolg mit einem gemacht hat, dass man ein Verbrechen begeht. Und keine Antwort gibt, warum man es begangen hat. Ich kann mir vorstellen, dass man davon etwas hat und dass das einen stärkt.“

Übrigens: Selges Film-Sohn ist auch im wirklichen Leben sein Sohn, „Jakob Walser, für den es der erste Film überhaupt ist“, erzählt der Vater sichtlich stolz: „Das war sehr spannend, mit dem eigenen Sohn zusammenzuspielen – weil man sich in diesen Figuren wieder total fremd wird. Und mit dieser Fremdheit muss man umgehen, und das passte sehr gut.“

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