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Wachstum
05/08/2014

ProSiebenSat.1 hängt RTL zum Jahresstart ab

Wachstum in allen Segmenten - RTL hingegen mit Problemen in Frankreich.

Der deutsche Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 hat seinen Konkurrenten RTL zum Jahresstart klar hinter sich gelassen. Das Unternehmen aus Unterföhring profitierte nicht nur vom Ausbau seiner Digitalsparte mit Videos, Spielen und Online-Handel, sondern punktete auch am umkämpften deutschen Zuschauer- und Werbemarkt.

Das brachte ProSiebenSat.1 ein Umsatzplus von 3 Prozent und einen Zuwachs beim operativen Gewinn von 10 Prozent - der die Markterwartungen übertraf. RTL tat sich hingegen schwer: Die Ertragsperle des Gütersloher Medienkonzerns Bertelsmann bekam insbesondere die schwache Konjunktur in Frankreich zu spüren, die die dortigen TV-Werbeeinnahmen belasteten und den operativen Konzerngewinn drückten. Auch beim Umsatz konnte RTL nicht zulegen.

Online-Geschäft boomt

"Wir sind gut in das Geschäftsjahr 2014 gestartet: Alle Segmente haben im ersten Quartal 2014 weiter zugelegt", resümierte ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling am Donnerstag. Der Umsatz stieg um 3,3 Prozent auf 581 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereffekten legte um 9,5 Prozent auf 140 Mii, Euro zu. Unter dem Strich blieb ein leicht gesunkener Gewinn von 49 Mio. Euro, weil Wertberichtigungen auf Finanzbeteiligungen anfielen. Ebeling setzt zunehmend auf das boomende Online- und TV-Produktionsgeschäft, mit dem er auch stärker im Ausland expandieren will.

Mit seiner werbefinanzierten Senderflotte um die Flaggschiffe ProSieben und Sat.1 beschränkt er sich hingegen noch auf die deutschsprachigen Länder. Doch auch hier zeigen die Vorzeichen derzeit nach oben. Höhere Umsätze aus der Vermarktung von TV-Werbezeiten und die zunehmende Verbreitung seiner HD-Kanäle ließen das operative Ergebnis im TV-Geschäft um 10,6 Prozent auf 119 Mio. Euro steigen. Im Gesamtjahr erwartet das Management weiter ein Umsatzplus im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich, bereinigtes Ebitda und Konzerngewinn sollen über dem Vorjahr liegen.

Auch RTL versucht, sich vom Werbefernsehen unabhängiger zu machen. Um die 60 Prozent des Gesamtumsatzes seien derzeit Werbeeinnahmen, erläuterte RTL-Co-Chefin Anke Schäferkordt im Gespräch mit Reuters. Das dynamischste Wachstum sieht sie derzeit in digitalen Geschäften und setzt dabei insbesondere auf Online-Videos. Mit dem Kauf von BroadbandTV im vergangenen Jahr sei die Zahl der Videoabrufe um 228 Prozent gestiegen. RTL verdient dabei durch Werbeschaltungen.

Frankreich-Geschäft schwächt RTL

Die TV-Werbemärkte sind hingegen volatil und hängen auch von der Konjunkturentwicklung in den einzelnen Ländern ab. So bekam RTL im ersten Quartal die Schwäche seines Frankreich-Geschäfts zu spüren. Unter anderem weil der dortige Sender M6 weniger Werbeeinnahmen verbuchte, sank der operative Gewinn im Konzern von 207 auf 194 Mio. Euro. In Deutschland bekam RTL zudem das späte Ostergeschäft zu spüren, das nur zum Teil ins erste Quartal fiel. Im Gesamtjahr wolle RTL weiter einen stabilen Umsatz und ein weitgehend stabiles operatives Ergebnis erreichen, sagte Schäferkordt.

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