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Medien
04/25/2016

Presserat rügt "Falter" wegen Köln-Cover

Eine Titelseiten-Illustration zu den sexuellen Übergriffen in Köln wurde als generalisierend eingestuft.

Der Österreichische Presserat hat die Wochenzeitung Falter wegen eines Covers zu den sexuellen Übergriffen in Köln gerügt. Das "Falter"-Titelbild, auf dem eine in schwarz-weiß ausgeführte Zeichnung der Attacken zu sehen war, habe wegen Pauschalverunglimpfung und Diskriminierung gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse verstoßen, teilte der Presserat mit. In der Illustration waren fünf weinende Frauen dargestellt, die von einer großen Anzahl von Männern sexuell belästigt werden, sowie ein Polizist, der weggedrängt wird. Eine Falter-Leserin wandte sich deshalb an das Selbstkontrollorgan der heimischen Presse und monierte, dass die Männer dabei als "spezifisch nordafrikanisch porträtiert" worden wären.

Alles Fremde würde dabei degradiert, Sexismus würde ausschließlich als muslimisches und fremdes Problem gesehen. Die Falter-Zeichnerin brachte im Verfahren vor, dass es Tatsache sei, dass es sich bei den Vorfällen in Köln überwiegend um Nordafrikaner gehandelt habe. Das sei so passiert und das müsse man so darstellen dürfen. Es sei für jeden klar, dass sich das Cover genau auf diese Vorfälle beziehe. Eine Pauschalverunglimpfung liege daher nicht vor. Die Männer seien nicht als "spezifisch nordafrikanisch" porträtiert, dies sei einfach die Art, wie sie zeichne.

Die Chefredaktion der Wiener Stadtzeitung wies die Vorwürfe ebenfalls zurück. Der Presserat kam dennoch zu einem anderen Schluss: Die Zeichnung weise ein "generalisierendes Element" auf. Dadurch könne der Anschein erweckt werden, als würden sich alle Männer aus dem nordafrikanischen Raum in Europa Frauen gegenüber nicht entsprechend korrekt verhalten, so der Presserat.

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