Die ORF-gebühren werden erhöht.

© dapd/Ronald Zak

Küniglberg
12/17/2015

Planungsstopp im ORF

ORF-Chefs reagieren mit Planungsstopp und einem verstärkten Controlling auf Kostenüberschreitung.

von Philipp Wilhelmer, Christoph Silber

In wenigen Monaten wird die ORF-Geschäftsführung neu gewählt. Probleme mit der 303 Millionen teuren ORF-Großbaustelle kann da weder der amtierende ORF-Chef Alexander Wrabetz, der sich wieder bewerben wird, noch Finanzchef Richard Grasl, dem Ambitionen nachgesagt werden, brauchen.

Obwohl es zwischen dem harmonischen Duo Wrabetz und Grasl zuletzt knirschte, präsentierten sie am Donnerstag im Stiftungsrat Maßnahmen gegen eine drohende Baukostenexplosion. So kündigte Wrabetz einen dreimonatigen Planungsstopp an. Zudem wurde ein eigenes Controlling durch eine externe Prüffirma beschlossen.

Grasl schickt auch noch das eigene Controlling aus.

Düstere Prognosen

Damit reagiert die ORF-Führung auf eine Kostenüberschreitung bei der Sanierung des Hauptgebäudes, dem ersten von neun Projekten.

Dort hielt man zuletzt bei einer Kostenprognose von 56 Millionen Euro, um 11 Millionen mehr als projektiert. Drei Millionen sollen aber doch noch eingespart werden, womit man im äußersten Budgetrahmen liegen würde.

"Es wird Raum für Raum festgelegt, welche Sanierungstiefe gewählt wird", erklärte Wrabetz. Dass Pius Strobl, eben als neuer Bauherren-Vertreter engagiert, den "Troubleshooter" geben soll, dementierte der General. Auch wenn er meinte, Strobl habe "in den ersten drei Wochen schon mehr gebracht, als er in dieser Position je verdienen kann".

Grasl betonte, man sei auf einem guten Weg und im Budget.

Mutmaßungen, wonach die Kosten für den Um- und Neubau auf dem Küniglberg bewusst zu niedrig kalkuliert wurden, um in der Standort-Entscheidung das Projekt St. Marx abzuhängen, wiesen Grals und Wrabetz zurück.

Für den Chef des Baukonzerns Strabag und Neos-Stiftungsrat Hans Peter Haselsteiner bedeutet die Baukostenüberschreitung jetzt "nicht, dass die 303 Millionen nicht halten werden." Frei nach "Tante Jolesch" sei es sogar ein gewisses "Glück, dass das am Anfang passiert und jetzt alle alarmiert sind."

Der Grüne Stiftungsrat Wilfried Embacher zeigte sich hingegen "schockiert". Für ihn habe sich der "Gesamteindruck verstärkt, dass nicht extrem genau geplant wurde". ÖVP-Rat Thomas Zach sprach sich gegen Dramatisierungen aus. Zentralbetriebsratschef Gerhard Moser fürchtet e um die Zahl der Arbeitsplätze. Wrabetz beruhigte diesbezüglich.

Start-ups

Beschlossen wurde vom Stiftungsrat am Donnerstag der Aufbau eines Start-up-Cluster. Diesen wird der bisherigen Chef der zum KURIER Medienhaus gehörigen futurezone, Gerald Reischl, leiten. Im Fokus stehen Start-ups, die zum ORF und dessen öffentlich-rechtlichen Auftrag passen.

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