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Struktur
12/18/2014

ORF: Wrabetz schließt Änderungen bei Zuständigkeiten im Management nicht aus

ORF-Chef: Organisationsreform soll bis 2017 "voll operativ sein" - Budget 2015 genehmigt

von Philipp Wilhelmer

Viel Konkretes hatte ORF-Chef Alexander Wrabetz zu den künftigen Strukturen im ORF am Donnerstag beim Stiftungsrat noch nicht im Gepäck. Der Generaldirektor präsentierte dem Aufsichtsgremium bei der Sitzung aber bereits erste Eckpunkte der künftigen Organisationsstruktur bzw. des "Multimedia Operating Model", wie er es nennt. Bis zum Beginn der nächsten Geschäftsführungsperiode Anfang 2017 soll die neue Struktur "voll operativ" sein, "einzelne Maßnahmen" könnten aber bereits 2015 umgesetzt werden.

Einige Schritte sollen offenbar vorverlegt werden: Wrabetz schloss nämlich nicht aus, dass es noch vor 2017 Änderungen in der Geschäftsverteilung des aktuellen ORF-Managements gibt. Als heißer Kandidat für Umschichtungen bzw. Teilentmachtung galt immer wieder Fernsehdirektorin Kathrin Zechner, aus deren Geschäftsbereich die Information herausgelöst werden könnte.

"Cluster" für Information

Hartnäckig kursiert in dem Zusammenhang auch der Plan über einen künftigen zentralen Chefredakteur, der die gesamte ORF-Information steuern könnte. Wrabetz sprach am Donnerstag von "Content-Clustern Information, Kultur/Bildung/Religion, Sport und Unterhaltung" geben. Bis zur nächsten Stiftungsratssitzung im März sollen die Eckpunkte der Zusammenarbeit innerhalb der neuen Organisation erarbeitet und ein Zeitplan für die entsprechende Umsetzung vorgelegt werden.

Insgesamt soll es durch das neue Modell jedenfalls weniger Führungskräfte geben, versicherten der ORF-Chef und sein Finanzdirektor Richard Grasl unisono. ORF eins, ORF 2 und Ö1 sollen künftig starke Channel Manager erhalten. "Das bringt auch eine Stärkung der Senderidentität", sagte Wrabetz.

"Starker Innenpluralismus"

ÖVP-Stiftungsrat Thomas Zach betonte, dass auch in einer neuen Struktur die Unabhängigkeit des ORF von besonderer Bedeutung sei. "Wir wollen weiterhin einen starken Innenpluralismus und wir haben großes Interesse, diesen noch zu stärken. Dies Aufgabe haben wir der Geschäftsführung mitgegeben."

KV genehmigt, Budget beschlossen

Ansonsten hat der ORF-Stiftungsrat hat am Donnerstag das ORF-Budget 2015 und den neuen Kollektivvertrag genehmigt. Kritik am Vertragswerk gab es vom bürgerlichen Belegschaftsvertreter Robert Ziegler, der als einziger Stiftungsrat gegen den KV-neu stimmte. Ziegler vermisst eine "klare personelle Zukunftsperspektive"

Der von Wrabetz und Finanzdirektor Richard Grasl vorgelegte Finanzplan 2015 sieht ein ausgeglichenes Budget vor. Insgesamt werden trotz Großereignis Eurovision Song Contest positive Ergebnisse (EGTs) von 0,3 Millionen im ORF sowie 0,8 Mio. Euro im ORF-Konzern erwartet. Die budgetierten Umsatzerlöse betragen 911 Mio. Euro. Eine Erhöhung der Rundfunkgebühren schlossen Wrabetz und Grasl für das kommende Jahr aus.

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