© Screenshot: tvthek.of.at

Mikro-Gate
07/18/2013

ORF retuschierte erneut Logos der Konkurrenz weg

Schon wieder ließ der Öffentlich-Rechtliche lästige Logos von Privatsendern veschwinden, obwohl die Praxis offiziell eigentlich abgeschafft wurde.

von Philipp Wilhelmer

Erneutes Mikro-Gate im ORF: In der "Zeit im Bild" um 13.00 Uhr fehlten bei einem Hintergrundbild die Logos zweier Privatsender: Der ORF hatte diese kurzerhand herausretuschiert.

Es ging um eine Pressekonferenz von Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl, zu der neben demORFauchATVundRadio Arabellagekommen waren. Dass deren Mikros im Bild standen, missfiel den Sendungsmachern am Donnerstag offenbar. Als Moderator Stephan Gehrerden Beitrag ansagte, war im beigestellten Bild weder der Schriftzug vonATV noch jener vonArabellazu sehen.

Kurios für die Seher: Eine Retusche im Beitrag sparte man sich wohl nicht zuletzt wegen des hohen technischen Aufwandes bei Bewegtbild. Als man Leitl sprechen hörte, standen vor ihm sichtbar die Mikrofone von ATV und Arabella.

Erst Anfang Juli hatte ein ähnlicher Vorfall für Häme in der Medienszene gesorgt. Als der bolivianische Präsident Evo Morales in Wien zu einer Zwischenlandung gezwungen worden war, hatte ORF.at ein Agenturfoto verändert, auf dem ein allzu auffälliges 88.6-Logo prangte. Damals erklärte ORF.at-Chef Karl Pachner, die Praxis werde abgestellt. Offenbar hat sich die Nachricht noch nicht zu den Fernsehredaktionen herumgesprochen, wie sich zeigte.

ORF zerknirscht

Im ORF räumte man den Fehler auf Anfrage des KURIER am Donnerstag unumwunden ein: „Der ORF bedauert – gerade im Licht der Diskussion vor wenigen Tagen –, dass es durch die individuelle Fehlleistung eines Mitarbeiters zu diesem Fehler gekommen ist", hieß es in einer Stellungnahme. "Aufgrund des sehr engen Zeitkorsetts konnte das Hintergrundbild inhaltlich-redaktionell nicht mehr kontrolliert werden. Es wurden jedoch mittlerweile Vorkehrungen getroffen, zukünftig solche Fehler auszuschließen.“

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