Heinz Fiedler (r.) und ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz im Dezember 2007

© APA/ROLAND SCHLAGER

1942 - 2014
10/21/2014

ORF-Betriebsratslegende Heinz Fiedler 72-jährig verstorben

Ende Jänner 2011 hatte sich Fiedler aus dem ORF zurückgezogen und seine Pension angetreten.

Der langjährige Zentralbetriebsratsobmann des ORF, Heinz Fiedler, ist am Dienstag 72-jährig verstorben. Fiedler, der auch jahrzehntelanges Mitglied im Aufsichtsgremium des öffentlich-rechtlichen Senders war, erlag einer langen, schweren Krankheit, wie der ORF in einer Aussendung mitteilte. Ende Jänner 2011 hatte sich Fiedler aus dem ORF zurückgezogen und seine Pension angetreten.

Heinz Fiedler, geboren am 8. Mai 1942, begann seine ORF-Laufbahn 1964 als kaufmännischer Mitarbeiter. Der Bürgerliche und gelernte Betriebswirt war ab 1966 als ORF-Betriebsrat und Christ-Gewerkschafter aktiv. Ab 1976 gehörte Fiedler dem ORF-Kuratorium an und war auch in dessen Nachfolgegremium, dem ORF-Stiftungsrat, bis Ende 2010 vertreten. 1972 war Fiedler Teil der Rundfunkreformkommission von Bundeskanzler Bruno Kreisky, in den 70er und 80er Jahren war er zudem Mitglied der ÖVP-Medienkommission.

Führende Funktionen

Den Weg des ORF hat Fiedler als Vorsitzender des Zentralbetriebsrats des öffentlich-rechtlichen Senders seit 1996 wesentlich mitbestimmt und galt nicht selten als Königsmacher bei der Bestellung von ORF-Generälen. Über viele Jahre leitete er auch die Sicherheitsabteilung des ORF. Im Lauf seiner Karriere war Fiedler in führenden Funktionen u.a. in der Fraktion Christlicher Gewerkschafter in der Sektion Rundfunk und Fernsehen sowie der Gewerkschaft "Kunst, Medien, freie Berufe" vertreten.

Als Zentralbetriebsratsobmann fungierte Fiedler bis zu seiner Abwahl im Jahr 2008 und galt u.a. aus "Baumeister" der ORF-Spitze unter Generaldirektorin Monika Lindner, deren enger Vertrauter er war. In diese Zeit fiel auch die Anstellung von hunderten freien Mitarbeitern. Im Jahr 2010 kündigte er seinen Rückzug aus dem Unternehmen für das folgende Frühjahr an, wobei er das nach eigener Aussage "Step by Step" machen wollte, "immer mit der Ambition, das möglichst ruhig über die Bühne zu bringen". Bis zu seiner Pension war er Vorsitzender des Betriebsrates der Generalintendanz bzw. -direktion.

"Heinz Fiedler hat sein gesamtes Berufsleben dem ORF und seiner Belegschaft gewidmet - mit unbeirrbarem Engagement und höchstem persönlichem Einsatz insbesondere als Betriebs- und Aufsichtsrat", zollte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz dem Verstorbenen "ehrlichen Respekt". "Mit seinem beherzten Eintreten für den Erhalt des ORF als österreichische Institution und für dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat Heinz Fiedler das Unternehmen über Jahrzehnte hinweg wesentlich mitbestimmt. Dafür ist ihm zu danken. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie."

Bestürzung im Betriebsrat

Bestürzt haben am Mittwoch Gewerkschaften und der ORF-Zentralbetriebsrat auf das Ableben von Heinz Fiedler reagiert. Zwar sei er keine "unumstrittene Person" gewesen, "unbestritten aber sind seine jahrzehntelangen Verdienste um den ORF", so der aktuelle ORF-Zentralbetriebsratsobmann Gerhard Moser

"Dafür ist ihm jener Respekt zu zollen, der ihm auch gebührt", ließ Moser in einer Aussendung mitteilen und sprach der Familie sein persönliches Mitgefühl aus. Die "Handschlagqualität" Fiedlers lobte Gerhard Berti, Mosers Stellvertreter im Zentralbetriebsrat des öffentlich-rechtlichen Senders. Fiedlers Wirken in den Aufsichtsgremien des ORF würdigte Robert Ziegler, der 2011 dessen Mandat als Betriebsrat im ORF-Stiftungsrat übernommen hat. "Sein Eintreten für einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk war jahrzehntelang von großer Bedeutung."

Auch die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten - Kunst, Medien, Sport, freie Berufe (GdG-KMSfB) sowie der Österreichische Gewerkschaftsbund trauen um Fiedler. "Er hat sich stets für die Interessen der KollegInnen stark gemacht - sowohl als ORF-Betriebsrat, als auch bei den Fusionsverhandlungen mit der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten", unterstrich GdG-KMSfB-Vorsitzender Christian Meidlinger. Und für ÖGB-Präsident Erich Foglar habe die Gewerkschaftsbewegung mit Fiedler "einen Gewerkschafter, dem Gerechtigkeit für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stets ein Herzensanliegen war", verloren.

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