"Löwenzahn"-Moderator Peter Lustig ist tot

Der langjährige Moderator der ZDF-Kindersendung "Löwenzahn", Peter Lustig, ist im Alter von 78 Jahren gestorben.

Der legendäre Moderator der ZDF-Kindersendung "Löwenzahn", Peter Lustig, ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 78 Jahren in der Nähe von Husum im Kreise seiner Familie, teilte das ZDF am Mittwoch mit. "Über 25 Jahre war er eine Institution im deutschen Kinderfernsehen und das Gesicht der ZDF-Kultsendung 'Löwenzahn'", erklärte Programmdirektor Norbert Himmler. "Wir werden den Mann, der Kinder und Erwachsene immer wieder zu überraschenden Erkenntnissen geführt hat, in lebendiger Erinnerung behalten."

Mehrere Generationen von Kindern, aber auch von Eltern, kannten den Mann mit der Latzhose und Nickelbrille, der in seinem Bauwagen lebte und Natur und Technik einfach und verständlich erklären konnte.

Peter Lustig wurde in Breslau geboren. Er war gelernter Rundfunkmechaniker und studierter Elektrotechniker und kam als Tonmeister zum ZDF. Der Sender holte Lustig 1979 für die Reihe "Pusteblume" - dem "Löwenzahn"-Vorgänger - vor die Kamera. Bereits 1973 trat er bei der "Sendung mit der Maus" in Einspielern mit dem Titel "Peter und Atze" auf. Darin erklärte zusammen mit dem Robotervogel Atze Technik, zum Beispiel die Funktionsweise des Telefons oder der Klingel. 2005 verabschiedete er sich nach 25 Jahren vom Bildschirm. 2007 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

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Autor

Doch er war nicht nur "Löwenzahn"-Protagonist, sondern von Anfang an auch Autor und Texter der Sendung. Neben "Löwenzahn" erforschte Peter Lustig im ZDF auch in der Sendereihe "mittendrin" (1993-1997) die Umwelt, erklärte in der Reihe "Raumschiff Erde" (1998) das Weltall und lieh einem Naturforscher in "Mammutland" (2004) seine Stimme. Der Grimme-Preisträger (1980 und 1982) schrieb außerdem Kinderbücher und Fachbücher.

Lungenkrebs

1984 erkrankte der Moderator an Lungenkrebs, den er mit Hilfe von sieben Operationen überstand. Allerdings blieb ihm nur noch ein Lungenflügel. Während dieser Zeit schrieb er Briefe an seinen Sohn, die später in dem Buch "Lieber Momme – Wunderliche Briefe" veröffentlicht wurden.

Privat war Lustig bis in die 90er-Jahre Anhänger der indischen Osho-/Bhagwan-Bewegung. Dieser Bewegung folgte auch seine zweite Ehefrau Kinderbuch-Autorin Elfie Donnelly ("Bibi Blocksberg", "Benjamin Blümchen"). Aus der Ehe ging Sohn Momme Pavi hervor.

Die letzten Jahre verbrachte er mit Astrid Berge in Bohmstedt (Schleswig-Holstein) und Berlin. Lustig hinterlässt vier Kinder und neun Enkel.

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