© Ludwig Schedl

Wirtschaft atmedia
05/08/2012

KURIER räumt bei Zeitungspreisen ab

Beim European Newspaper Congress wurde der KURIER mit mehreren Awards für innovatives Design ausgezeichnet. Die besten Zeitungen kommen heuer u. a. aus Norwegen, Dänemark und der Schweiz.

Hervorragend in den Kategorien Titelseite, Infografik, Visual Storytelling … beim 12. European Newspaper Congress, der Montag und Dienstag in Wien stattfand, wurde der KURIER mehrfach ausgezeichnet. Kein anderes Medium in der österreichischen Zeitungslandschaft erhielt mehr Awards. KURIER-Art-Director Helge Schalk sieht die Arbeit seines gesamten Kreativteams durch die diesjährige Verleihung der Awards Of Excellence bestätigt: "Das Leseverhalten hat sich aufgrund der digitalen Medien stark verändert. Die intelligente visuelle Aufbereitung von teilweise sehr komplexen Inhalten ist eine tägliche Herausforderung."

226 Zeitungen aus 27 Ländern

Die Hauptpreise für die besten Zeitungen Europas teilen sich in diesem Jahr Zeitungen aus Norwegen, Dänemark, der Schweiz und Deutschland. Insgesamt nahmen 226 Zeitungen aus 27 Ländern am Newspaper Award teil.

In der Kategorie Regionalzeitung gewann die Berliner Morgenpost. In der Kategorie überregionale Zeitung die Berlingske aus Kopenhagen. Dänemarks älteste heute noch erscheinende Tageszeitung hat eine Auflage von 98.000 Stück. Das Erfolgsrezept, auf das Berlingske-Chefredakteurin Lisbeth Knudsen setzt: "Entschleu­nigung und Tageszeitung sind kein Widerspruch." Berlingske hat keine hektische Tabloid-Ausstrahlung sondern relativ lange Artikel, die in einem ruhigen vierspaltigen Layout präsentiert werden. Knudsen: "Die gedruckte Zeitung muss Hintergrund bieten, sie muss tiefgründiger sein, Analysen und Perspektiven bieten."

In der Kategorie Wochenzeitung gewann die NZZ am Sonntag aus Zürich. Auch deren Chefredakteur Felix Müller setzt auf Entschleunigung und warnt vor "einer atemberaubenden Schlagzeile nach der anderen".

Hintergrundthema: Wie viele "Bad News" verträgt der Mensch?

Diskussion

Eurokrise, Iran und die Atombombe, Fukushima: 2011 war ein Jahr der Katastrophen. Wie viele schlechte Nachrichten brauchen die Medien? Wie viele schlechte Nachrichten vertragen die Menschen? Darüber diskutierten beim News­paper Congress Felix Müller, Chefredakteur NZZ am Sonntag, Carsten Erdmann, Chefredakteur Berliner Morgenpost, Waltraud Langer, Chefredakteurin im ORF, Jürgen Grimm, Kommunikationswissenschafter an der Uni Wien, Cornel Binder-Krieglstein vom Berufsverband Österreichischer Psychologen und Moderator Rainer Nowak, Co-Chef der Sonntags-Presse.

Erschöpft

"Verschüttete Bergleute und Fukushima, alles kommt ins Wohnzimmer, niemand versteht, was passiert", konstatierte Müller. Langer beobachtet ein "Erschöpfungssyndrom" bei der Wahrnehmung von Krisen. So seien die Einschaltquoten der ZiB, die am zweiten Tag nach Fukushima den Rekord von 1,67 Mio erreicht hätten, danach drastisch gesunken, obwohl die Krise keineswegs vorbei war. Die Menschen hätten ein Problem mit der "Ökonomie der Angstbewältigung", ist Grimm überzeugt. "Deshalb darf man sich aber nicht ins Biedermeier zurückziehen", warnte Krieglstein. "Wir dürfen nicht aus Angst, Angst zu erzeugen, Tabus kreieren", so Langer. Grimm: "Die Chance des Qualitätsjournalismus ist es, das Bedürfnis nach Angstbewältigung mit Kommunikation zu decken statt Angst zu schüren."

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