Alexander Knechtsberger (DocLX) und Thomas Schwabl (Marketagent) hinterleuchteten zum zweiten Mal die Lebenswelt österreichischer Jugendlicher (c: doclx/marketagent.com)
Wirtschaft atmedia
09/10/2012

Jugend ist konservativ, politikverdrossen und in ORF-Askese

atÖsterreichs Jugend, das sind für den Event-Veranstalter DocLX und das Online-Marktforschungsunternehmen Marketagent die 14- bis 29-Jährigen, verfügen über Werte. Diese sind jedoch weder religiösen noch politischen Ursprungs. Familie und Freunde sind die Basis ihres Lebens. Ehrlichkeit, Offenheit, Aufrichtigkeit, Verlässlichkeit und Treue sind Wesensmerkmal ihrer moralischen Atmosphäre, die sie anstreben, die sie herzustellen versuchen oder in der sie auch leben. Jedoch ist ihr Wertekosmos von Ambivalenzen durchzogen. Sonntagszeitungen "auszuborgen", Fernsehen ohne dafür Gebühren zu bezahlen sowie Musik und Filme ebenfalls ohne zu bezahlen aus dem Internert zu beziehen, gehört auch in ihre Moral-Vorstellungen.

DocLX und Marketagent veröffentlichten die zweite Auflage des 2011 erstmals veröffentlichten Jugend Trend-Monitor, der das Werte-Verständnis, die Job-Wünsche und die Mediennutzung der Zielgruppe beleuchtet.

Der Medien-Konsum dreht sich um das Internet und Handy. Beide Kommunikationswelten haben die Zielgruppe bis zur nahezu vollständigen Sättigung durchdrungen. Ein Fehlen von Handies, Smartphones und dem Internet würde als gravierende Lebensbeeinträchtigung wahrgenommen werden. Fernsehen und Musik-Konsum spielen gleichwertige Rollen haben jedoch geringeren Stellenwert als Internet und Handy im Leben junger Menschen.

"Print ist dagegen tot", redet Alexander Knechtsberger nicht lange um den heißen Brei herum. Zeitungen und Zeitschriften spielen im Medien-Alltag der österreichischen Jugend kaum eine Rolle mehr.

Die mobile Internet-Zeit dieser Zielgruppe beläuft sich bei 54,2 Prozent auf bis 60 Minuten und bei 28,3 Prozent jenseits der 61 Minuten täglich. 17,5 Prozent verweigern aus verschiedenen Gründen das Internet per Smartphone oder Tablet-PC zu nutzen.

Die App-Nutzung ist unter den 14- bis 29-Jährigen derzeit so fortgeschritten: 24,7 Prozent nutzen keine Apps; 28,8 Prozent bis zu zehn Apps und 46,5 Prozent elf und mehr Apps. Eine quantitativ durchaus sehenswerte Zahl. Bei näherer Betrachtung des qualitativen Aspekts also der tatsächlichen App-Nutzung stellt sich heraus, dass 70,3 Prozent bestenfalls die Hälfte der von ihnen bezogenen Apps auch tatsächlich nutzen. 28,5 Prozent sind wiederum Heavy User.

Angesichts der fast vollständigen Internet-Durchdringung der 14- bis 29-Jährigen in Österreich ist im vorliegenden Jugend Trend-Monitor ausgewiesen, dass 31,3 Prozent mindesten 11 Videos und 55,9 bis zu zehn Clips pro Woche im Web schauen.

Diese Sehgewohnheit gipfelte in der Zielgruppen-Analyse in der Frage für welches Bewegtbild-Angebote sich 14- bis 29-Jährige entscheiden würden, müssten sie künftig nur mit einem Angebot auskommen.

48,3 Prozent würden die Privat-TV-Sender wählen, wobei sich hierfür 40,8 Prozent der männlichen und 56,2 Prozent der weiblichen Jugendlichen entscheiden würden. 33,0 Prozent würden Online-Video-Plattformen bevorzugen. Hier liegen die jugen Männer mit 39,1 vor den jungen Frauen mit 26,6 Prozent vorne.

Der ORF hat in dieser Wahl mit 18,7 Prozent eindeutig das Nachsehen.

Darüber hinaus ist in dem Jugend Trend-Monitor ausgewiesen, dass Red Bull, von Außen betrachte, für die Jugendlichen der attraktivste Arbeitgeber ist. Der ideale Job besteht für sie aus einem Maximum an Spaß, Selbstverwirklichungsmöglichkeiten, gutem Arbeitsklima und ansprechender Bezahlung. Überstunden werden als Teil einer notwendigen Leistungserbringung akzeptiert. Für junge Frauen sind Kinder und Familien-Planung bedeutsamer als Karriere.

Weitere attraktive Arbeitgeber sind voest alpine, Siemens, OMV, Raiffeisen, A1 Telekom und der Staat.

Politik und Kirche und deren oberflächlichen Einflüsse haben unter den Jugendlichen ausgedient. Ihr Stellenwert ist äußerst gering. Im Zusammenhang mit der Politik vertreten 24,3 Prozent der Zielgruppe die Auffassung, dass "alle Parteien gleich korrupt sind", jedoch für 15,7 Prozent die FPÖ und für 14,8 Prozent die ÖVP als jene Parteien angesehen werden, in denen die Korruption überdurchschnittlich gut gedeiht und gediehen ist.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.